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Die Autorin, eine belgische Psychologin, Dozentin an der Universität Lovanium in Léopoldville, starb 1959 im Alter von 33 Jahren. Sie hat ein Werk hinterlassen, in dem sie in gründlicher und kritischer Weise über Untersuchungen berichtet, die sie im “Centre de Psychologie et de Pédagogie de l'Union Minière du Haut-Katanga” in Elisabethville durchgeführt hat.
Zwei Fragen sollten beantwortet werden:
Wie hat sich das Bild der katangischen Frau, die in der städtischen Umgebung lebt, in den Augen ihrer selbst und in denen der männlichen Umwelt gegenüber dem Herkömmlichen gewandelt, und
worin unterscheidet sich die äußere Haltung und die Persönlichkeit einer Gruppe von Frauen, die dem Kulturkontakt stärker und länger ausgesetzt waren (in Elisabeth ville), von jenen einer anderen soziologisch analogen Gruppe (in Kolwezi), die einem weniger eingreifenden Kontakt mit der abendländischen Lebensform ausgesetzt waren.
Die Anwendung des SCT (Sentence Completion Test) und des TAT (Thematic Apperception Test) in einer den örtlichen und ethnischen Gegebenheiten und der Fragestellung sehr sorgfältig angepaßten Weise hat zu recht klaren Ergebnissen geführt. Die Einstellung zur Frau “verbessert” sich nach dem Grad der Anpassung des Milieus an die abendländische Zivilisation. Dabei sind die Männer konservativer als die Frauen. Die äußere Anpassung der Frau an die neue Lebensform ist bei der Gruppe mit intensiverem Kulturkontakt (Elisabethville) größer als bei der anderen (Kolwezi). Die Anpassung beider Gruppen erscheint aber äußerlich und wenig verankert: Weder haben sich die hergebrachten Persönlichkeitsstrukturen gewandelt, noch haben sich neue Lösungen für die alten psychologischen Probleme gefunden, und auch nicht für jene, die durch die neue Umwelt verursacht worden sind. Die Frauen der äußerlich besser angepaßten Gruppe erscheinen zum Teil innerlich noch unsicherer als die starreren, weniger veränderten der Gruppe in Kolwezi.
Die Kritik eines Pionierwerkes — wie heute noch jede ernsth