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Die Autorin, eine psychiatrisch geschulte Ärztin, hat selber Wesentliches zur ethnologischen Erforschung der Akan-Völkerschaften (Ashanti, Fanti u. a.) beigetragen.
Eine klare Schilderung des völkerkundlichen Hintergrundes der Untersuchung zentriert sich um die Phänomene der “Besessenheit” und der “neuen Altäre”. Zustände von Besessenheit kommen bei jenen Afrikanern häufig vor. Priester reproduzieren ähnliche Zustände in modifizierter Form zum Zweck der Hellseherei und der therapeutischen Suggestion; sie errichten Altäre, die zur kommerziellen Basis ganzer Siedlungen werden, und denen — bezogen auf unsere Umwelt — die Funktionen des Seelsorgers, des Friedensrichters, des Arztes, einer psychiatrischen Klinik und eines Wallfahrtsortes zukommen.
Den Priestern dieser Altäre schließt sich die Forscherin an. Etwa 2500 Wünsche und Beschwerden Hilfesuchender werden gesichtet und kommentiert. Dies ergibt — über das überall Gleiche im menschlichen Leiden hinaus — den Rahmen, nach dem zu bestimmen ist, was dort als krank oder abnorm empfunden wird. Über die nachuntersuchten Kranken, welche zu den Altären kamen, wird in 146 gründlichen und systematisch angelegten Krankengeschichten lebendig berichtet; ihr Leiden wird diagnostisch zugeordnet und einleuchtend diskutiert.
Die feinere Diagnostik zeigt, daß neben Krankheitsbildern, die dem entsprechen, was die Psychiater unserer Zivilisation zu sehen gewohnt sind (z. B. den schizophrenen Psychosen), andere seelische Störungen vorkommen, die erst beschrieben und erfaßt werden könnten, wenn einmal die Begriffe und Erfahrungen der abendländischen Psychiatrie in eine für Afrika gültige Normalpsychologie und Psychopathologie eingebaut