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Das vorliegende Werk vermittelt einen Überblick über die zeitgenössischen psychologischen Theorien unter dem Gesichtspunkt ihrer “gemeinsamen Wurzeln” in der Auseinandersetzung und Überwindung der Psychologie des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Der Autor unterscheidet drei solcher Hauptwurzeln, auf die sich die verschiedenen theoretischen Orientierungen in der Psychologie der Gegenwart zurückverfolgen lassen: Die Kritik an der introspektiven Methode liegt am Anfang einer Entwicklungslinie, die eine objektive Verhaltenslehre anstrebt und diese mehr oder weniger eng an die Biologie und die Physiologie anzulehnen bemüht ist. Die funktionelle Psychologie, die Lehre von den bedingten Reflexen und der Behaviorismus, aber auch die hormische und holistische Psychologie können unter diesem Aspekt zusammen gesehen werden; von den modernen Theorien sind es insbesondere die Lerntheorien, die wesentlich aus dieser Tradition hervorgegangen sind. Die zweite Hauptwurzel ist die Überwindung der Bewußtseinspsychologie durch die Erkenntnis der unbewußten Motivation durch Freud; Psychoanalyse und die aus ihr abgeleiteten Systeme bilden die zweite Hauptrichtung. Die dritte Hauptwurzel besteht in der Gegnerschaft zur Elementenpsychologie und der “erklärenden” Methode in Verbindung mit dem Laboratoriumsexperiment; diese Entwicklung wird vom Neokantianismus getragen und beginnt bei Dilthey mit der “verstehenden” Psychologie, den personalistischen Theorien und der Gestaltpsychologie.
Dem genannten Gesichtspunkt folgend, behandeln die ersten drei Teile des Buches die einzelnen unter den drei Gruppierungen zusammengefaßten Theorien in teils logischer, teils chronologischer Folge. In diesen Darstellungen geht es dem Autor wesentlich um methodologische Probleme der einzelnen Positionen, ihre Begriffsbildungen, Forschungsmethoden, Beziehungen zu Nachbarwissenschaften und Interpretation empirischer Befunde. Der vierte und letzte Teil enthält eine