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Die 2. Auflage des Buches, welches schon 1953 in einer ausführlichen Besprechung gewürdigt wurde (Psyche VII, 1953/54, R 63), ist in einer hervorragenden, reich bebilderten Ausstattung erschienen. Die Fortschritte der Erkenntnisse in Ätiologie und Pathogenese kindlicher Nervenkrankheiten, aber auch die wachsenden therapeutischen Möglichkeiten ließen den Buchumfang um das Doppelte zunehmen. Wenn Verf. beim Kinde Neuropathie und vegetative Dystonie — ein vor zehn Jahren noch kaum bekanntes Wort — in einen Zusammenhang bringt, so wird man an die Korrelation der Kraepelinschen Neurasthenie mit diesem modernen Krankheitsbegriff erinnert. Es bleiben dabei zahlreiche Fragen, speziell der Psychogenese, offen. Der Begriff der Psychopathie, der schillernd immer wieder auftaucht und in nicht immer überzeugenden Formulierungen verwandt wird, bleibt so lange fragwürdig, als nicht an Hand sorgfältiger biographischer Anamnesen die lebensgeschichtliche Bedingtheit dieser Störungen abzuklären versucht wird. In einem Kapitel über Krankheiten mit “neurogenem Charakter” setzt sich Verf. mit dem Krankheitsgebiet auseinander, das man heute oft als Psychosomatik bezeichnet.
Alle Ausführungen des Verf. weisen auf eine reiche praktische Erfahrung und das Bemühen hin, sich auch mit tiefenpsychologischen Problemen auseinanderzusetzen. Verf. hofft, in der Behandlung der sogen. Verhaltensstörungen des Kindes dem praktisch tätigen Arzt eine Hilfe zu geben. Es darf dabei nicht verschwiegen werden, daß gerade auf diesem Gebiet Grenzen gezogen sind, die nur durch ein tiefer fundiertes Spezialwissen erweitert werden können. Diese Erkenntnis gewinnt auch in Pädiaterkreisen zusehends an Boden. Das Buch zeichnet sich ferner durch ein sorgfältiges Literaturverzeichnis aus.