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Um in der kurzen Zeit, die für unsere Diskussion geblieben ist, das Gespräch nicht zerflattern zu lassen, möchte ich vorschlagen, daß wir uns auf wenige Punkte konzentrieren. Aus dem Referat von Herrn Silbermann sollten wir nicht vergessen, daß der “moderne” Antisemitismus seinen Ursprung in Deutschland hat — das wäre ein Ansatz der Diskussion. Außerdem, daß dem Wesen nach dieser Antisemitismus in den Rahmen der gesamten Vorurteilsbildung hineingehört. Aus dem Referat von Herrn Grunberger finde ich im Hinblick auf die Prophylaxe außerordentlich wichtig, daß jene Spaltungsvorgänge in der Persönlichkeit, die das antisemitische Vorurteil zu einer unumstößlichen Gewißheit machen, so tief sind, daß sie später nicht mehr erreichbar sind. Das drückt sich unter anderem darin aus, daß niemand in die Behandlung eines Psychoanalytikers kommt, um sich von seinem Antisemitismus heilen zu lassen. Er lebt mit diesem Vorurteil in einer Symbiose, und dieses Vorurteil garantiert ihm sein Gleichgewicht. Sie erinnern sich an Herrn Wanghs Patienten, der, nachdem er festgestellt hatte, er spräche mit einem Juden, zwar im Moment rational eingesehen hat, seine Abneigung gegen Juden und Frauen sei in ihrer Unüberwindlichkeit merkwürdig, der aber dann nie mehr aufgetaucht ist. Das wird uns auch im Hinblick auf die Prophylaxe dahin bringen, diskutieren zu müssen, wie diese frühesten Dressate, die zu derartiger psychopathologischer Entwicklung führen, beeinflußt werden könnten. Denn das ging aus Herrn Hochheimers Vortrag überzeugend hervor, einen Studenten in Vorlesungen über Geschichte zu schicken, ist nicht der richtige Weg, um sein Vorurteil zu korrigieren. Diesen wenigen Stichworten will ich nur noch den Vorausblick in Herrn Wanghs Referat hinzufügen. Er erinnerte uns daran, daß die Bedingungen, unter denen die Generation des ersten Weltkrieges zu einem Vernichtungsantisemitismus fähig war, sich bei der Generation, deren Kindheit in den zweiten W