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Die Frage unserer Überschrift wurde des öfteren gestellt, z. B. von Franz Alexander in seinem Vortrag “Der biologische Sinn psychischer Vorgänge”.1 Für alle Religionsstifter, für eine Reihe Genies, wie für zahlreiche Künstler, z. B. kürzlich für Kubin, wurde das Problem “Ist Genialität eine Krankheit” aufgeworfen. In der 4. Auflage von Wilhelm Lange-Eichbaum “Genie, Irrsinn und Ruhm”2, S. 283, findet sich folgende Charakteristik: Buddha Gautama (etwa 550 bis 477 v. Chr.), Indischer Religionsstifter. Verließ ohne Abschied Frau und Kind. Wanderte, fastete viel. Im Hunger Ekstasen. Folgte Roudraka, seinem Johannes der Täufer. Gegen Ritus (haßte die Brahmanen); für Tugend, Mitleid, Selbstlosigkeit. Größenideen: Herr der Welt, allmächtig, höchstes Wesen. Halluzinationen von Göttern, Engeln, Dämonen. Melancholisch, asketisch, bescheiden, sanft. Wandersucht, lebte von Almosen. Viele Schüler, viele Feinde (). (Es würde sich sehr lohnen, das Problem pathographisch neu aufzunehmen. Jedenfalls extrem schizoid. Hyperästhetisch. Schizophrener Schub? Paraphrenie ohne Zerfall nicht ausgeschlossen. Milieu, Zeitgeist und Psychogenes wären sehr zu berücksichtigen.)
Die Stelle ist Veranlassung zu folgenden Ausführungen:
Über Gautama Buddha, wahrscheinlich 560—480 v. Chr., also dem Zeitalter von Heraklit und von Laotse angehörig, liegen keine eigenen Aufzeichnungen vor. Das gilt ja auch für Sokrates und Jesus. Wir wissen über sein Leben vorwiegend durch Legenden, die etwa fünfzig bis hundert Jahre nach seinem Tode aufgezeichnet wurden.
Er entstammte einem in den Vorhöhen des Himalaja regierenden Fürstengeschlecht. Seine Mutter starb eine Woche nach seiner Geburt. An Mutterstelle trat deren Schwester. Er erlebt in Kindheit und Jugend Glanz und Pracht des indischen Fürstenhofes. Sein Vater hielt ihn fern vom Anblick und vom Wissen menschlicher Schicksale in Krankheit, Alter und Tod. Heirat in jungen Jahren. Er verließ 23jährig, kurz nach de