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Es dürfte heute allgemeine Übereinstimmung darüber herrschen, daß wir unter Psychoanalyse eine psychotherapeutische Behandlung verstehen, welche „die Tatsache der Übertragung und die des Widerstandes … anerkennt und sie zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit nimmt “1. Noch nichts ist mit dieser auf das „Geschehen“ — „Behandeln“ — zielenden Charakteristik der Psychoanalyse über die (Haupt-)Inhalte, über ihre „Lehrstücke“ gesagt, von denen S. Freud einmal fünf aufzählt:
die Annahme ubw. Vorgänge,
die Anerkennung der Lehre vom Widerstand,
die Anerkennung der Lehre von der Verdrängung,
die Einschätzung der Sexualität,
die Einschätzung des Ödipuskomplexes2.
Weniger Klarheit besteht aber anscheinend über eine fundamentale Voraussetzung unserer Arbeit, eine Voraussetzung, die sie überhaupt erst ermöglicht und sinnvoll macht. Ich meine, und will es wieder mit den Worten Sigmund Freuds ausdrücken, „… daß sich der Psychoanalytiker durch einen besonders strengen Glauben an die Determinierung des Seelenlebens auszeichnet“3. Über die Gründe, die zu Unklarheit und Verwirrung bezüglich der Determinierung, d. h. der „kausalen Verknüpfung“ im Bereich „seelischer Geschehnisse“ Anlaß gegeben haben, sei nur angemerkt, daß einmal eine kritiklose Übertragung gewisser Vorstellungen aus der Mikrophysik hier eine Rolle spielen, zum anderen gerade in unserem Land das Argument auftaucht, seelisches Geschehen und kausale Determinierung, welch letztere einer einfachen mechanischen Berechenbarkeit gleichgesetzt wird, seien inkommensurabel. Andererseits sind Analytiker, Freud folgend, geneigt, wie selbstverständlich von Überdeterminierung der psychischen Symptome zu sprechen, also einen Begriff zu benutzen, der in sich widersprüchlich ist und vor allem die Unverbindlichkeit der beigebrachten „determinierenden“ Faktoren zur Folge hat. Denn wenn mehr bestimmende Faktoren für das Bestehen eines Sachverhaltes als zu seiner Erklärung