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Die häufige, von Weischedel übernommene Kennzeichnung des Wirklichen als das „Wirkende“ und „Mächtige“ rechtfertigt sich zumal vom deutschen Ausdruck her. Daß seiner Weisung auch die vom „Wort Gottes“ geleiteten Theologen willig folgen und die „göttliche Allmacht“ mit entsprechenden Konzeptionen — „Wirklichkeit von worthafter Art“, „Sprachlichkeit der Wirklichkeit“ u. a. — zu sichern suchen, ist nicht verwunderlich. Jedoch darf darob nicht übersehen werden, daß im so verstandenen Sinne des Wirkens auch die flüchtigsten umweltlichen Erscheinungen: ziehende Wolken und Nebel, der Mondaufgang, der spielende Wind im Gezweig eines Baumes, der Geruch der Erde nach einem Gewitter usw. wirklich sind, obwohl sie von einem andern, etwa an der dinglichen Widerständigkeit orientierten Wirklichkeitsbegriff her betrachtet als „unwirklich“ gelten mögen. Vollends müssen sich an der Zulänglichkeit der durch das Wirken bestimmten Wirklichkeitsauffassung Zweifel regen, wenn wir den Blick auf die illusionären Gegenstandsverkennungen, Halluzinationen, Wahnphänomene u. a. richten, welche auf die ihnen ausgesetzten Menschen eine eminente Wirkung ausüben können, obzwar wir ihnen sowenig wie den Göttern und Dämonen eine im alltäglichen Verstande begrenzte Wirklichkeit zubilligen. Freilich war es notwendig, diese wohl verbreitetste, als „Dinglichkeit“ (realitas) charakterisierte Wirklichkeitsauffasung zu erweitern, was im Ansatz bereits Dilthey in seiner Abhandlung zur „Lösung der Frage vom Ursprung unseres Glaubens an die Realität der Außenwelt und seinem Recht“ getan hat, in dem Bemühen, die damals zeitgemäße Theorie von Helmholtz und Zeller zu überwinden.
Statt wie sie „die Außenwelt durch eine Ergänzung der Empfindungen auf Grund von deren Eigenschaften, unter denen sich auch ihre Unverdrängbarkeit vom Willensimpuls befindet, in Denkprozessen“ entstehen zu lassen, wollte Dilthey als Fundament des „Glaubens an die Realität der Außenwelt“ „den Menschen in seiner empirischen