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Die ersten acht Beiträge des Jahrbuches sind allgemeiner und theoretischer Art.
F. Schupper (New York) gibt eine Übersicht der „Dynamischen Motive des Antisemitismus“. Dieser ließe sich in seinen zwei Hauptformen als unvollkommene Lösung des Ödipuskomplexes erklären. Der alte religiöse Antisemitismus, der in den Juden die Mörder Christi sähe, projiziere die mörderischen Gefühle gegen den Vater, während der heutige rassische Antisemitismus die auf die Mutter gerichteten inzestuösen Wünsche projiziere. Eine wichtige Rolle spiele u. a. das Überwiegen der Tendenz, in starren Strukturen dichtomisierend wahrzunehmen. Die Analyse des Antisemitismus bei einem Fall von zwangsneurotischer Charakterstruktur illustriert die theoretischen Annahmen.
Aus der Arbeit von L. Székely (Nacka, Schweden) über „Das Denken im Rahmen der psychoanalytischen Theorie“ sei ein Hinweis herausgehoben, der auch praktische Bedeutung hat, nämlich: daß analytische Deutungen in manchen Fällen nur dann eine dynamische Wirkung hätten, wenn sie nach einem bestimmten „Denkstil“ formuliert würden. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem entwicklungspsychologischen Aspekt, insbesondere der „Instrumente des Denkens“. Die Intoleranz gegen Widersprüche durchlaufe mehrere Entwicklungsphasen und sei mit der Entwicklung bestimmter Denkinstrumente, den Operationen im Sinne von Piaget, verbunden. Diese seien internalisierte Aktionen, d. h. Probehandlungen im Sinne von Freud.
E. Simenauer (Tanga, Tanganjika): „Ödipus-Konflikt und Neurosenbedingungen bei den Bantu Ostafrikas“. Die Rolle des Vaters in der Erziehung des Kindes von der Geburt an ist in den Fällen, die der Autor beobachten konnte, durch den Umstand bestimmt, daß der Vater von der Teilnahme am Erziehungsgeschäft ausgeschlossen ist. Ähnlich wie bei den Trobriand-Insulanern, die B. Malinowski beschrieb, fielen die Funktionen, die in unserem Gesellschaftssystem dem Vater zukämen, dem Bruder der Mutter zu, wodurch deren Stellung überragend würde. Das Vorherrsch