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Melanie Klein wurde in Wien im Jahre 1882 geboren. Ihre psychoanalytische Ausbildung erhielt sie von Ferenczi und Karl Abraham in der unruhigen Periode während und unmittelbar nach dem ersten Weltkriege. Ihre Lehrer ermutigten sie, sich auf Kinderanalyse zu spezialisieren, was damals noch ein ganz neues Gebiet war. Da M. Klein eine scharfe Beobachtungsgabe hatte, die sich mit einer Begabung für die wissenschaftliche Formulierung ihrer Beobachtungen verband, bereicherte sie mit ihren Beiträgen die psychoanalytische Wissenschaft, der sie sich mit unverminderter Hingabe mehr als 40 Jahr bis zu ihrem Tode in London im Jahre 1960 widmete.
Nachdem sie einmal mit der Kinderanalyse begonnen hatte, dauerte es nicht lange, bis sie sich der Schwierigkeit, ein fast stummes Kind zu analysieren, gegenübergestellt fand. In dieser Zwangslage hatte sie die Idee, einige einfache Spielsachen zu holen, und fand unmittelbar, daß sie das sich ergebende Spiel genauso deuten konnte wie Sprachassoziationen. Von dem Moment an war sie im Besitz eines neuen und unschätzbaren Werkzeuges, das Unbewußte zu erforschen, und mit seiner Hilfe begann die Reihe von Beobachtungen und Beiträgen zur Theorie, die für immer mit ihrem Namen verknüpft bleiben werden.
Ihre theoretische Grundlage stammte natürlich von Freud. Diese Ausrüstung war für sie mehr als ein intellektuelles und theoretisches Wissen, da sie immer ein lebhaftes Empfinden für die Wirklichkeit des Unbewußten gehabt hatte und ebenso für das, was Freud in ihm entdeckt hatte: im besonderen den Ödipuskomplex, das Über-Ich, die Prozesse der Introjektion und Projektion und vor allem den ewigen Konflikt zwischen Liebe und Haß (Todes- und Lebenstrieb). Die Neuerungen, die von ihr ausgingen, bestanden deshalb nicht in der Preisgabe irgendeines dieser Begriffe, sondern in deren weiteren und tieferen Anwendung. Zum Beispiel dauerte es nicht lange, bis sie deutliche und beweiskräftige Beobachtungen hatte, nach denen sie den Beginn des Ödipuskomplexes und