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Die zweite Auflage des 1936 erstmals erschienenen Buches hat Wenke nach dem Tode Sauerbruchs allein bearbeitet. Der alte Aufbau ist beibehalten, die einzelnen
Abschnitte aber sind erheblich ergänzt worden. Vor allem wollte Wenke die neuere nicht-deutsche Literatur berücksichtigen. Sie kommt zumal den Ausführungen über die Physiologie und die Bekämpfung des Schmerzes zugute. Bezüglich des Zusammenhangs zwischen der Physiologie der dem Schmerzerlebnis zugrunde liegenden Prozesse und diesem selbst schreibt der Verf.: „Über die nervösen Vorgänge, die schließlich zum Bewußtwerden eines Schmerzes, zum Schmerzerlebnis führen, wissen wir nichts. Wir wissen noch nicht einmal genau, welche Anteile des Gehirns im einzelnen dabei eine Rolle spielen und aktiv sein müssen, um eine Schmerzempfindung hervorzubringen.“ In der unter dem Aspekt der ärztlichen Erfahrung durchgeführten Analyse des körperlichen erlebten Schmerzes vermißt man dessen Einfügung in das gesamte Leibbewußtsein (oder Körperschema), wie es die neueren phänomenologisch-anthropologischen Bemühungen (Buytendijk, Plessner, Plügge, von Weizsäcker, Prinz Auersperg u. a.) versucht haben. Diese erfahren allerdings später, in den den Abschnitt über die „Deutung des Schmerzes“ einleitenden „psychologischen Voraussetzungen“ eine kritische Berücksichtigung. Als „Deutungen“ des Schmerzes unterscheidet Wenke biologische, psychologische, rationale, ethische, religiöse und weltanschauliche. Zu den sich widersprechenden Auffassungen hinsichtlich der biologischen Zweckmäßigkeit des Schmerzes bemerkt er, daß er (der Schmerz) „als ‚principium cognoscendi‘ nicht ebenso zweckmäßig ist wie als ‚principium agendi‘. Der Schmerz ist zwar ein Warner für den Kranken und ein Helfer für den Arzt, aber der menschliche Organismus ist keineswegs vollständig und lückenlos auf ein funktionssicheres, d. h. auf ein wirklich zweckmäßiges Schmerzsignalsystem angelegt“. Die Unzulänglichkeit der nur-biologischen Deutungen führte dazu, sie „durch psyc