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Medizin, Sozialpsychologie und Soziologie befinden sich in einem Klärungsprozeß ihrer gegenseitigen Beziehungen. Manfred Pflanz hat mit diesem Buch zum ersten Mal im deutschsprachigen Schrifttum eine vorzügliche und umfassende Monographie der Aufgaben, Methoden, Hypothesen und Ergebnisse der Medizin-Soziologie gegeben. Entscheidend für die Bedeutung des Buches sind die umfangreichen eigenen Untersuchungen, die eine empirische Grundlage der Diskussion von Korrelationen zwischen der Häufigkeit von Krankheiten und soziologischen Faktoren bilden.
Im Gegensatz zu weniger gründlichen Studien, die zu vorschnellen Rückschlüssen verleiten können, besticht die Darstellung und Auswertung der Ergebnisse durch die gewissenhafte Sorgfalt und das behutsame Abwägen der möglichen Folgerungen.
Dem historischen Abriß folgt eine zur klaren Verständigung notwendige Abgrenzung von der Sozialmedizin und Sozialhygiene einerseits, sowie eine Darstellung der Berührungspunkte der Medizin-Soziologie und der psychosomatischen Medizin.
Die Absicherung der Begriffe und Definitionen verhütet die von Pflanz selbst im Schlußkapitel erwähnte mögliche Gefahr der bloßen Theorienbildung mit der Tendenz zur Weltverbesserung, die in Grenzgebieten auftauchen kann.
Auch in der Erörterung der Aufgaben und Systematik sowohl der „Sociology of medicine“ wie einer „Sociology in medicine“ bleibt die Gesamtkonzeption wohltuend realistisch an konkreten Forschungsergebnissen. Der Überblick ist vollständig (bis zum Jahre ), insbesondere über die in Deutschland bis jetzt so gut wie unbekannte angelsächsische Literatur.
Talcott Parsons folgend werden in einer auch dem soziologisch nicht vorgebildeten Mediziner verständlichen Klarheit die wesentlichen Theorien des sozialen Wandels, seiner Manifestationen wie seiner Beziehung zur Medizin und zum Problem Krankheit und Kultur dargestellt.
Die eigenen Untersuchungen folgen der Fragestellung, wie weit einerseits eine Änderung in der Gruppenzugehörigkeit einer Person mit bestimmten