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Bei einer Rezension eines Buches über Methoden der empirischen Soziologie in einer tiefenpsychologisch und psychopathologisch orientierten Zeitschrift ergibt sich die Frage, in welchem Bezug die Thematik des zu besprechenden Buches zum Rahmenanliegen der Zeitschrift und damit auch dem Interesse ihrer Leser steht.
Nun sind Soziologie und Psychoanalyse seit langem in einem guten, wechselseitig sich befruchtenden Verhältnis. Dies gilt besonders für die angelsächsische Sozialwissenschaft, welche auch viel früher als in Europa sich aus dem Bereich der Philosophie emanzipiert hat. Diese Wechselbeziehung von Soziologie und Psychoanalyse in Amerika konnte sogar — darauf muß wohl hingewiesen werden — in einer Extremvariante zu einer absoluten Soziologisierung der Psychoanalyse bei Erich Fromm und Karin Horney führen. In Deutschland stellt mancher etwas leichtfertig die europäische Soziologie als eine rein theoretische Wissenschaft der amerikanischen als einer rein empirischen gegenüber. In seiner vorzüglichen Einleitung zerstört R. König diese Legende und gibt auf wenigen Seiten eine nicht nur informative, sondern auch kritische Darstellung der Entwicklung der empirischen Soziologie. Er zeigt dabei, daß eine bloße Anwendung noch so ausgeklügelter und exakter Methoden ohne fruchtbare Hypothesen nur selten wesentliche Ergebnisse liefert; er gibt also damit der Theorie in der Empirie einen vorzüglichen Standort. König zeigt auch auf, daß die amerikanische Sozialforschung in den letzten zwanzig Jahren eine häufig glückliche Synthese zwischen dem „Ins-Feld-Gehen“ und dem „Am-Schreibtisch-Denken“ gefunden hat.
Der vorliegende Band bringt in drei Abschnitten— I. Interview; II. Auswahlverfahren; III. Auswertung — vierzehn Arbeiten amerikanischer Sozialforscher aus verschiedenen Instituten und von mehreren Universitäten.
Das „Interview“ selbst ist ein Verfahren, welches in der Art und Weise des Vorgehens und auch vom Ziel her eine gewisse Verwandtschaft mit einer tiefenpsychologischen E