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Mit 80 Seiten Text und 60 Seiten Bibliographie bietet Verf. in dichtester Form einen Überblick über das Gebiet und die Probleme der modernen Völkerpsychologie, und zwar „von einem bestimmten, ausdrücklich an der systematischen Soziologie orientierten Standpunkt aus“. Dieser Standpunkt wird (S. 30) folgendermaßen umrissen: „Die Völkerpsychologie ist ein Teil der theoretischen und praktischen Sozialpsychologie. Ihr Ziel ist es, zusammen mit anderen Sozialwissenschaften wie Soziologie, Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft, politische Wissenschaft einen Beitrag zur Vorausbestimmung des sozialen Handelns bzw. des Wandels von völkischen Sozialgebilden und ihrer Kultur (Stämme, Nationen, völkische Minoritäten usw.) zu liefern. Der speziell psychologische Beitrag zu dieser gemeinsamen Aufgabe verschiedener Wissenschaften besteht in erster Linie im Studium der volksspezifischen Persönlichkeitsstrukturen, ihrer Entstehungsbedingungen und Auswirkungen. In zweiter Linie aber in der Erforschung der sozialen Wahrnehmung und Urteilsbildung — d. h. in der Auto-und Heterostereotype, der Erscheinungsweise von Völkern im Zusammenhang mit der Erforschung zwischenvölkischer Beziehungen.“ — Unter Berufung auf Howard Becker („Soziologie als Wissenschaft vom sozialen Handeln“) bezeichnet Verf. die „präzise, systematisch mit allgemeinen Aussagen zusammenhängende … (Voraussage bzw.) Vorausbestimmung von bestimmten Ereignissen (als) notwendigen Bestandteil aller Wissenschaft“.
Ob wir diesen Standpunkt als gültig für die Psychologie (die Wissenschaft von der menschlichen Seele!) anerkennen oder nicht: in jedem Fall gelingt es dem Verf., von seinem Standpunkt aus zunächst alle wesentlichen Ansätze der Völkerpsychologie kritisch zu ordnen und darüber hinaus die Skizze einer eigenen „Rahmengliederung zur psychologischen Untersuchung völkischer Sozialgebilde“ zu entwerfen.
Der Leser erhält von einem bestimmten Gesichtspunkt aus einen gedrängten Überblick über die bisherige Entwicklung der Völ