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Dieses Buch eines Psychiaters zeigt, wieweit heute Kinder- und Jugendpsychiatrie psychoanalytisches Gedankengut in ihre Vorstellungen über kindliche Neurosen eingebaut haben.
Verf. berichtet in sorgfältig gegliederter Darstellung über ein reiches Beobachtungsmaterial von Reifungskrisen, wobei er in der angewandten Psychotherapie die gestaltenden Kräfte, vorzugsweise das Malen der Kinder und Jugendlichen, in den Mittelpunkt stellt. Er faßt
in einem Oberbegriff 435 abnorme Erlebnisreaktionen im Alter von 8 bis 16 Jahren zusammen, die er dann genauer in 238 neurotische Entwicklungen, 168 neurotische Reaktionen und 29 „psychopathische“ Reaktionen unterteilt. Schon die geringe Zahl und vorsichtige Formulierung der dritten Untergruppe zeigt, wie sich im Bereich der Kinderpsychiatrie seit Kurt Schneiders dominierender Psychopathologie die Begriffe gewandelt haben.
Verf. macht es sich nicht leicht, mit zahlreichen dazu verwendeten philosophischen, pädagogischen und psychoanalytischen Theorien, darunter den wesentlichen Beiträgen von Freud bis Erikson, die Frage der kindlichen und jugendlichen Reifungskrisen bzw. Neurosen von allen Seiten abzuklären. Die Fülle des Zusammengetragenen erschwert allerdings bisweilen den Blick auf eine Leitlinie.
Verf. sieht Aufgabe und Ziel der Kinderpsychotherapie in der Bewältigung der individuellen Entwicklungsproblematik, d. h. beim Kind und Jugendlichen im Rahmen der phasenspezifisch gebundenen Entwicklungsabläufe adäquate Lebenseinstellungen zu erreichen.
Das reichliche Bildmaterial des hervorragend ausgestatteten Buches (77 Bilder) überzeugt eindringlich von den psychodiagnostischen und psychotherapeutischen Bemühungen des Verf.