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Dieses Werk schließt eine Lücke. Der Verf., der noch maßgeblich an der letzten Auflage des Vorgängers, nämlich der im selben Verlag 1938 erschienenen „Psychologie des Kindesalters“ mitgearbeitet hatte, wählt in seiner „Kinderpsychiatrie“ den Mittelweg zwischen einem für den weiten angesprochenen Leserkreis der Erzieher, Richter und Ärzte notwendigen allgemeinen Überblick und einer fachlichen Vertiefung in wichtige, im letzten Jahrzehnt erarbeitete Einzelprobleme.
Mit einem prägnanten Abriß über die allgemeine Entwicklung des Kindes wird das Buch eingeleitet. Es folgen Kapitel über die allgemeine Krankheitslehre, einschließlich der Untersuchung des Kindes und der Erhebung der Anamnese. Es schließt sich eine umfangreiche spezielle Krankheitslehre an, die ausführliche Schilderungen spezieller Krankheitsbilder aus dem Gebiet der Kinderpsychiatrie aufweist.
Die Anerkennung, welche die Kinderpsychotherapie als selbstverständlicher Bestandteil der Kinderpsychiatrie in der Schweiz gefunden hat, spiegelt sich in der Achtung wider, mit der Verf. von Anna Freud, Zulliger, Erikson und Dührssen. als führenden Kinderpsychotherapeuten spricht. Das Sonderkapitel über Kinderpsychotherapie, das Hedwig Walder bearbeitet hat, ist vorwiegend an Winnicotts analytischen Arbeiten über die frühe Mutter-Kindbeziehung und die Ich-Entwicklung des Kindes orientiert.
Die einzige Kritik, die zu äußern wäre, bezieht sich auf das Fehlen jeglichen Bildmaterials, einem gerade in der Kinderpsychiatrie fühlbaren Mangel. Vielleicht sollte man dem trotz der damit verbundenen Kostenerhöhung des preiswerten Werkes in einer Neuauflage abhelfen.