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„Weil die Bilder von Mythos und Sage etwas Lebendiges sind, immer fähig, sich zu erneuern, und weil sie das menschliche Schicksal unaufhörlich — zwar unberechenbar, aber konsequent — beeinflussen, entziehen sie sich jedem Systematisierungsversuch … Die Methode — oder eher Gewohnheit — das Unbekannte auf bereits Bekanntes zurückzuführen, ist ein uralter Weg intellektueller Selbsttäuschung. Sie führt zu unfruchtbarem Dogmatismus, geistiger Selbstzufriedenheit und unerschütterlicher Überzeugung von der eigenen Überlegenheit …“ (Die Symbole) „verspotten den Spezialisten, der schon glaubt, sie auf seiner Tabelle aufgespießt zu haben. Was sie uns abfordern, ist nicht der monologische Bericht des Leichenbeschauers, sondern der Dialog von lebendigen Partnern.“ Systematisieren und Katalogisieren bringen das Symbol nicht zum Reden. „Der psychologische Forscher muß bereit sein, auf jede Methode verzichtend sich zu einer ausführlichen Plauderei hinzusetzen.“ Denn es gibt gegenüber dem Symbol keine begrenzte Deutungsmethode — weder eine wissenschaftliche (etwa philologische oder ethnologische) noch eine auf geheimen Traditionen beruhende esoterische. Es gibt nur ein fragendes Lauschen auf die Äußerungen des ewigen Geheimnisses und ein ständiges Suchen nach der eigenen Antwort —, eigentlich den Weg des „wahren dilettante“. Damit ist die Weise gekennzeichnet, wie Heinrich Zimmer auf das Wort des Mythos lauscht, wie er Antwort gibt mit seiner ganzen schöpferischen und zugleich an reichstem Wissen gebildeten Person.
Weil er sich ansprechen läßt, entdeckt er etwas von der „Mythologie des Alltags“ in der Anekdote, „die eine Entsprechung des Mythos sein kann, wo es, wie meist im Alltag, zu dessen Erhabenheit nicht langt“. — Da ist die tragikomische Geschichte von Abu Kasems Pantoffeln. Die hundertmal geflickten schäbigen Pantoffeln des reichen Geizhalses sind sein Ich geworden, das Netz, in das er sich selbst verstrickt hat, das ihm sein Karma geknüpft hat (innen wie außen). Aber „man k