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Über das Perversionsthema, das erschöpfend zu behandeln in dem gegebenen Rahmen natürlich nicht möglich ist, will ich einige Bemerkungen bringen, die mir gerade auch für die Praxis wichtig erscheinen. Dabei werde ich die Schwierigkeiten in Theorie und Praxis berücksichtigen, denen ich oft begegne und mit denen ich selbst gekämpft habe.
Wir können die Perversionen als Abweichungen in sexuellen Verhaltensweisen und Phantasien kennzeichnen – als die Umwandlung von bestimmten sexuellen Spannungen in Handlungen, wie z. B. Exhibitionismus, Voyeurismus, Sadismus, Masochismus, Fetischismus und andere.
Wir wollen dabei nicht vergessen, daß wir nicht in erster Linie über dynamische Zusammenhänge und Mechanismen sprechen, sondern über Menschen, über Patienten, die etwa unter diesen Abweichungen leiden. Wenn wir Perverse studieren, können wir – wie mir scheint – zwei Gruppen unterscheiden. Daß es dabei Übergangsformen gibt, sei gleich zugestanden. Die eine Gruppe der perversen Patienten zeigt Verwandtschaft mit den Neurotikern, die andere hat vieles mit den Psychopathen gemein.
Der Hinweis auf diese Unterscheidung hat wenig Sinn, wenn wir nicht zuvor angeben, was wir unter einem Neurotiker und was unter einem Psychopathen verstehen. Ich verwende den Begriff Psychopath nicht in dem alten Sinne von: pathologisch auf Grund einer angeborenen Abweichung, sondern im Sinne von Eisler: der Psychopath zeigt alloplastische Reaktionsformen, er lebt seine durch die Disharmonie in seiner Persönlichkeit entstandenen Spannungen aus, im Gegensatz zum Neurotiker, der eine autoplastische Reaktion zeigt – er leidet bewußt unter den Spannungen seiner Persönlichkeit, unter Schuldgefühlen, er hat ein stärkeres Verantwortungsgefühl, identifiziert sich mit seinen Mitmenschen; das hat zur Folge, daß er immer mitleidet mit dem Leid, das er anderen durch sein neurotisches Verhalten antut. Der Psychopath hat ein derartiges Verantwortungsgefühl nicht. Die vorhandene oder fehlende Identifikation halte ich für