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Die Arbeit Paul Parins1 über die Abwehrmechanismen des Psychopathen hat nicht nur für die Behandlung von dissozialen Patienten, sondern auch für das weitere Verständnis der verschiedenen Abwehrvorgänge große Bedeutung.
Parin beschreibt Psychopathen als Persönlichkeiten, „die keine Spannungen aushalten, die auf eine unmittelbare Befriedigung ihrer Triebbedürfnisse ausgehen, die darum asozial, häufig antisozial werden. Oft sind sie aggressiv. Genauer gesehen greift der Psychopath meist nicht etwa die Gesellschaft an, sondern diese stört ihn in seinem Streben nach Befriedigung. Er vermag keine dauernde Beziehung zu Liebesobjekten aufrechtzuerhalten. Sein Gewissen scheint zu fehlen, oder sein Überich zumindest sehr mangelhaft ausgebildet zu sein.“
Im weiteren stimmt Parin mit den Autoren überein, die annehmen, daß Psychopathen sehr wohl ein Überich hätten, daß die gegen das Überich gerichtete Abwehr jedoch den Eindruck entstehen lasse, es sei gar nicht vorhanden.
Am Beispiel einiger Patienten erklärte Parin diese Auffassung und beschreibt sechs Formen dieser Abwehr, nämlich die Projektion des Überichs in äußere Autoritäten, die Identifikation mit einem Überich-Träger, die Verleugnung des Überichs, die Icheinschränkung, die Bestechung des Überichs und die dauerhafte Isolierung des Überichs.
Die Feststellung, daß nicht nur Es-Impulse, sondern auch Überich-Inhalte vom Ich abgewehrt werden, erscheint mir bedeutsam. In einer Arbeit über Schuldgefühle bei Delinquenten2 habe ich versucht zu zeigen, wie stark gerade bei diesen Patienten das Schuldgefühl abgewehrt wird. Auch ich bin der Meinung, daß die Ansicht, Delinquenten und andere dissoziale Patienten hätten keine oder eine nur sehr mangelhafte Entwicklung des Überichs, unrichtig ist; in vielen Fällen sehen wir gerade das Gegenteil: ein zu strenges Überich und ein zu hochgespanntes Ichideal.
Im Folgenden möchte ich hierauf weiter eingehen und versuchen, gerade am Beispiel des dissozialen Patienten zu zeigen, daß die Abwehr des I