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Um die Psychoanalyse wirklich zu kennen, genügt es nicht, sich mit dem vertraut zu machen, was durch sie entdeckt wurde und ihre Technik zu beherrschen. Ein Einblick in die Entwicklung ihrer Theorie ist ganz unentbehrlich. Dazu gehört es, den Theoretiker Freud kennen zu lernen, und auf dieser Grundlage kann man sich in die umfangreiche psychoanalytische Literatur, die allmählich entstand, einarbeiten. Ein zuverlässiges Handbuch, das über den heutigen Stand der Psychoanalyse informieren könnte, gibt es nicht. Das Studium der historischen Entwicklung muß sich sodann verbinden mit eigenen praktischen Erfahrungen. Die Psychoanalyse wird mehr oder weniger als eine Methode betrachtet, als eine Behandlungstechnik wie andere Techniken auch, die der Psychiater kennen und anwenden muß. Diese Tendenz übersieht, daß die Psychoanalyse mehr ist, und es besteht die Gefahr, daß eine fruchtbare Weiterentwicklung ihrer Technik und Theorie erschwert wird. Betrachten wir Freud als Theoretiker, dann müssen wir uns darüber klar sein:
1. daß die Metapsychologie im Mittelpunkt steht. Freud verwendet diesen Ausdruck zum ersten Mal in seinem Briefwechsel mit W. Fließ (), und zwar in Brief Nr. 84 vom 10. März 1898. Er fragt darin Fliess um seine Zustimmung für die Benutzung dieses Wortes, das er so definiert: „ … ob ich für meine hinter das Bewußtsein führende Psychologie den Namen Metapsychologie gebrauchen darf.„ Mit anderen Worten, Metapsychologie als gleichbedeutend mit Psychologie des Unbewußten. Später definiert er Metapsychologie als das Studium der Hypothesen, auf denen das System der psychoanalytischen Theorie gegründet ist; „Absicht dieser Reihe ist die Klärung und Vertiefung der theoretischen Annahmen, die man einem psychoanalytischen System zugrunde legen könnte„ (Metapsychologische Ergänzung zur Traumlehre. Ges. Werke [Londoner Ausgabe], Bd. X, S. 412, Fußnote).
Metapsychologische Bemerkungen finden sich verstreut in allen Schriften Freuds, aber das VII. Kapitel der Traumdeutung ()