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Nun behauptet etwa Buhr, „Mythos spricht aus Erfahrung, er kommt aus Erfahrenem, und er ist, sofern er logisch ist, wahr — offenbart Wahrheit“295; Hölderlins „mythische Sprache“ sei eine solche, die „dem Denken, der Logik standhält“296. Ebenso versichert uns Fuchs, „wir können uns das Göttliche nicht vorstellen. Göttliches kann dem Menschen nur widerfahren“297. Ohne sich ausdrücklich auf Hölderlin zu beziehen, spricht Fuchs zwar nicht von der „mythischen“, wohl aber von der „vielleicht rettenden Sprache“, auf deren Boden die neutestamentliche „existentiale Interpretation … die Gefahr des Einst mit der Gefahr des Jetzt“ vergleiche. „Sie sieht aber, daß die Sprache zugleich retten und verderben kann. Denn das Leben des Menschen vollzieht sich speziell als Sprache. Die Sprache, und nur sie, enthüllt das Phänomen des Seins als totale Ausgelegtheit des Lebens. Die Sprache beweist damit, daß es dem Menschen immer um sich selbst geht“298. Von der unverkennbaren Nähe zu Heidegger und der Beschwörung der — sei es „mythischen“ oder „rettenden“ — Sprache abgesehen mag den beiden Autoren nichts Gemeinsames eignen. Wir führen sie hier an, weil sie uns veranlassen, dem Verhältnis der Sprache zur Erfahrung noch weiter nachzufragen299.
Zunächst ist Buhr einzuräumen, daß bei der Entstehung der alten Mythen sicher auch mannigfache ursprüngliche, auf das menschliche Leben und das Geschehen in der Welt bezogene Erfahrungen mitgespielt haben. Allein das Wesentliche an den Mythen sind nicht ihre nachprüfbaren empirischen Ansatzpunkte und Gehalte, sondern die davon gerade wegführenden, einen — sei es in eine unvordenkliche „Vergangenheit“ oder in die „Zukunft“ verlegten — transempirischen Bereich statuierenden „Erklärungen“ und „Deutungen“. Vom „mythischen Bewußtsein“ wird dieser Bezirk allerdings nicht als von ihm selbst etabliert verstanden, vielmehr als unabhängige „objektive“ Sphäre vermeint. Deren reduktive Auslegung als Erzeugnis des mythischen Denkens und seiner Sprache