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Dem Verf. geht es in seinem Buch um den Beitrag, den die von den sogenannten Neo-Freudianern — Karen Horney, Erich Fromm, Harry St. Sullivan, A. Kardiner sowie H. D. Lasswell werden unter diesem Titel zusammengefaßt und ausführlich berücksichtigt — entwickelten Anschauungen und Begriffe zu einer fundierten Sozialphilosophie geleistet haben oder leisten können; denn er glaubt, die Sozialphilosophie der Neo-Freudianer sei durch ihre mit „wissenschaftlicher
Methode gewonnenen Daten so fest gegründet“, daß sie „der ernsthaften Beachtung würdig sei“ (S. 209). Im Unterschied zu den Hypothesen anderer Schulen stünden sie zudem in genauerer Übereinstimmung mit unseren eigenen psychischen Bedürfnissen und Konflikten (S. 210). Auch sei es die „Tragödie des Freudschen Systems, daß die Prämissen der orthodoxen Psychoanalyse nicht die Konstruktion einer Philosophie erlaubten, in der die Bedeutung sozialer Institutionen für die Erfüllung humanistischer Aspirationen in genügender Weise in Rechnung gestellt werde“ (S. 43). Die einzelnen Freudschen Konzepte und Lehrstücke, findet B., seien vielfach nur Ausdruck der persönlichen Weltanschauung, der privaten Spekulationen und Intuition des von ihm im übrigen bewunderten Meisters. Für fortschrittlich wird demgegenüber gepriesen, daß die Neo-Freudianer die mechanistische Libido-Hypothese, wie die Triebe überhaupt, fallenließen und damit auch die von der Orthodoxie überschätzte Rolle der Sexualität einschränkten. Sie hätten vielmehr erkannt, daß für das psycho-soziale Leben, für seelische Entwicklung und menschliches Verhalten überhaupt der ausschlaggebende und wesentlich bestimmende Faktor allein in den zwischenmenschlichen Beziehungen liege, deren Regulation in den entscheidenden ersten Jahren der Bildsamkeit nicht durch das triebhafte Sexualstreben, sondern durch die Sicherheits- und Unterstützungsbedürfnisse des hilflosen Kleinstkindes geschehe (S. 48 werden die diesbezüglichen Ausführungen Kardiners, S. 92 die Horneys zitiert). Im