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Das Buch vom Es, welches in Form von Briefen an eine Freundin verfaßt ist, kann kaum treffender umschrieben werden als mit den Worten eines engen Freundes von Groddeck, des englischen Schriftstellers Durell1, wonach Groddeck () „das ganze Problem der Gesundheit und Krankheit von einem metaphysischen Standpunkt aus behandelt mit der ironischen Weigerung, seine Anschauungen dogmatisch oder geordnet in ein System zu bringen“.
Bei seiner „Es“-Definition geht Groddeck davon aus, daß im Menschen ein „Unbekanntes“, ein „Wunderbares“, das „Es“, sei, welches alles dasjenige steuere, was der Mensch tue und was mit ihm geschehe („der Mensch wird vom ‚Es‘ gelebt“). Nach Groddeck beginnt das „Es“ an der Stelle, wo Ei und Samenfaden sich vereinigen. Für ihn befindet sich bereits im befruchteten Ei ein „Es“, das nicht nur die Zellteilungen, sondern auch die weiteren Organdifferenzierungen zu Haut, Knochen, Augen, Ohren usw. bewirke. Das „Es“ forme die Nase, entzünde die Lungen, mache den Menschen „nervös“, schreibe ihm Atmung und Herzarbeit sowie seine jeweiligen Tätigkeiten vor und lasse schließlich, wenn es die „Lust am Spiel“ verliere, „sich selber sterben“. Entsprechend dieser „selbstherrlichen Kraft“ des „Es“ drückt für Groddeck eine Krankheit in gleicher Weise „Schöpferisches“ aus wie etwa ein verfaßtes Gedicht oder eine vollbrachte berufliche Leistung. Krankheiten kämen nämlich nicht von außen, vielmehr erschaffe der Mensch diese selber. So sei nicht der Tuberkelbazillus Ursache der Tuberkulose, sondern nur das Instrument, mit dessen Hilfe sich das „Es“ tuberkulös mache; das „Es“ entscheide darüber, ob eine Virusinfektion einen Scharlach bedinge oder ein Fall zum Knochenbruch führe.
Bezüglich Groddecks Einstellung zur Psychoanalyse ist zu erwähnen, daß. Freud nach Erscheinen des „Buch vom Es“ den Begriff „Es“, wenn auch in andersartiger Definition, in seine Schrift „Das Ich und das Es“ übernahm. Groddeck sah im psychoanalytischen Rüstzeug lediglich eine Möglichkeit, tiefer