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Verf. hat eine interessante Interpretation der Lehre vom Todestrieb ausgearbeitet. Er begreift das Triebgeschehen nach dem Modus der Trieberledigung. Danach unterscheidet er:
den Modus der Triebbefriedigung nach dem Prinzip der Wunscherfüllung, sowohl in der Realität wie auch in der Phantasie;
den Modus der Auslöschung des Reizes, des Unlustgefühls eines unbefriedigten Triebes durch eigentliche Abtötung des Wunsches nach dem Nirwanaprinzip;
den Modus der Unlustvermehrung, der Suche nach dem Leide, der Abtötung schlechthin. Hierbei ist jedoch ausdrücklich nicht die Lust am Schmerz gemeint, sondern die reine Tendenz, Unlust zu vermehren.
Von dieser Theorie ausgehend beschreibt Verf. zwei Formen von Melancholie. Eine Form basiert auf dem „Leidsuchmodus“, die andere Form auf dem „Reizauslöschungsmodus“. Im ersten Fall unterliegt allmählich jede normale Lebensregung dem Triebmodus der Unlustvermehrung, d. h. der Lebensvernichtung (wie z. B. in der Verlangsamung des Denkens und der Abnahme des Antriebsgeschehens). Im zweiten Fall werden allen Strebungen einer erwachsenen Person durch eine Regression auf eine frühkindliche Lebensweise die Energien entzogen. Bei dieser Form der Melancholie nimmt Verf. eine Triebregression an, die sich als Rückzug aller Objektbesetzungen zeigt.
Verf. glaubt, daß die Energiebesetzung automatisch auf die Erledigungsweisen der beiden anderen Modi (je nach Veranlagung) übergeht, wenn der Modus der Wunsch erfüllung nicht ergriffen wird. Allerdings kommen diese Modi erst zum Zuge, wenn mehr als 50% der Energie auf einen von ihnen übergegangen ist, sonst bleibt die Wunscherfüllung bestimmend.
Nachdem Verf. alle Modi vergeben hat, aber noch die Manie erklären möchte, verfällt er auf die Idee, den „Modus der Wunscherfüllung durch Phantasie“ dieser Krankheit zugrunde zu legen. Diese Ausführungen werden bizarr, und Verf. selber muß zugeben, daß es sich noch um unbeweisbare Spekulationen handle. Allerdings bleibt er auch für seine Theorie der Melancholie die