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Der Verf., bei uns u. a. durch die Herausgabe seiner „Projective Psychology“ (New York, ) rühmlich bekannt, legt hier einen Sammelband über zeitgenössische europäische Psychiatrie vor. Das Buch enthält folgende Beiträge: eine Einführung von Bellak unter dem Titel „Einige persönliche Reflexionen über Europäische und Amerikanische Psychiatrie“; „Frankreich“ von Pierre Pichot; „Deutschland und Österreich“ von Hans Hoff und O. H. Arnold; „Groß-Britannien“ von Aubrey Lewis; „Italien“ von Ugo Cerletti; „Skandinavien“ von Gabriel Langfeldt; „Sowjetunion“ von V. A. Gilyarovsky; „Schweiz“ von Gaetano Benedetti und Christian Müller.
Bellak sagt in seiner Einleitung, nachdem er sein halbes Leben in Europa und die andere Hälfte in den Vereinigten Staaten verbracht habe, sei in ihm der Wunsch lebendig geworden, eine Bilanz der europäischen Psychiatrie zu überblicken. Von der amerikanischen Psychiatrie wird zunächst gesagt, sie verdanke ihr Aufblühen einmal den hohen Lebensstandards, dann aber auch dem besonderen Interesse für das Wohlbefinden des einzelnen aus sozialökonomischen und kulturellen Motiven. Die amerikanische Psychiatrie sei nicht so uniform und vorherrschend psychodynamisch bestimmt, wie das Europäern erscheine. Der medizinische Nachwuchs habe für sein Examen mehr Sorgen um Neurologie und Neuropathologie, als um Psychoanalyse. In Europa sei das Bild mehr deskriptiv, genetisch-organisch bestimmt; Psychiatrie sei stärker an die Klinik als an Privatpraxis gebunden, mehr auf Psychosen als auf Neurosen ausgerichtet, klinisch reichhaltiger beschrieben und komplexer klassifiziert; Psychologie und social work seien als besondere klinische Disziplinen weniger entwickelt und das team-work weniger betont; psychiatrische Gesichtspunkte spielten eine geringere Rolle in allgemeinen öffentlichen Maßnahmen, aber auch in den anderen medizinischen Disziplinen, besonders schließlich in staatlichen Maßnahmen beim Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Bellak mustert dann vergleichend