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Das Buch ist aus einer Vorlesungsreihe für Hörer aller Fakultäten hervorgegangen. Die Verff. hatten sich als Neurochirurgen die Aufgabe gestellt, während der Operationen experimentell die Neurophysiologie der Sprache bzw. des Sprechens zu untersuchen und die gefundenen Sprachmechanismen zu lokalisieren. Sie stützen sich auf die Beobachtungen bei einigen Hunderten von Operationen, die wegen Herd-Epilepsien vorgenommen wurden.
Der erste Teil des Buches macht mit der Neurophysiologie und der Topik des Gehirns vertraut. Auf die koordinierende Bedeutung des zentralen Systems des Hirnstammes für jegliche Rindentätigkeit des Großhirns wird ausdrücklich hingewiesen. Ein Kapitel beschäftigt sich mit den anatomischen und neurophysiologischen Grundlagen des Bewußtseins. Es ist von großer Bedeutung, daß im Temporallappen ein Gebiet gefunden wurde, das alle Erlebnisse getreu wie „ein Film“ registriert. Es kann experimentell stimuliert werden und läßt dann vergangene Erlebnisse wirklichkeitsnah wiederaufleben.
Der klinischen Literatur der Aphasie ist ein ausführliches Kapitel gewidmet. Sodann werden Operations- und Üntersuchungsmethoden eingehend geschildert. Späterhin werden die Beobachtungen an Patienten, die vorübergehend nach Operationen aphasisch wurden, ebenso ausführlich dargelegt.
Als Ergebnis des Literaturstudiums und der eigenen klinischen Studien haben die Autoren gefunden, daß es drei Sprachzentren gibt. Das erste und wichtigste befindet sich parieto-temporal im Gebiet des “ Wernickeschen Sprachzentrums“ und umfaßt die hinteren Anteile der 1., 2. und 3. Temporalwindung, den gyrus angularis und den gyrus marginalis. Das zweite liegt im Gebiet des „Brocaschen Zentrums“ und muß in die drei Gyri des Stirnhirns lokalisiert werden, die vor dem unteren Anteil des gyrus praecentralis liegen. Das dritte und entbehrlichste Zentrum liegt im sog. motorischen Hilfszentrum, das sich im Frontalhirn apikal vom motorischen Zentrum des Beines befindet.
Beim Ausfall eines oder zweier die