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Der Titel des Buches erweckt die Erwartung, es liege eine phänomenologisch-psychologische Untersuchung jener „Perspektivität“ vor, die unser visuelles Wahrnehmen und die bildnerische Darstellung der gesehenen Gegenstände auszeichnet. Davon ist in der Tat zunächst auch die Rede: über die Dinge und den Raum in subjektbezogener körperperspektivischer und über den Raum und die Körper in zentralperspektivischer Darstellung. Aber das bildet
nur ein Randgebiet, und insofern ist der Buchtitel etwas irreführend. Denn im Zentrum steht der Versuch einer „unverkürzten Deskription“ des alltäglichen Wahrnehmens „in seiner Eingebettetheit in das Gesamtverhalten“, das als solches „bereits in der unerfülltesten Stufe sinnlichen Gewahrens noch vor aller gegenständlichen Differenzierung die Grundpole aller Perspektivität: ein sinnlich empfundenes Ich—hier gegenüber einem sinnlich empfundenen Etwas—dort“ zeigt. Den Begriff der Perspektivität versteht Graumann also im Sinne der Aspekthaftigkeit nicht nur des Wahrnehmens, sondern des menschlichen Verhaltens überhaupt einschließlich des Denkens. Daher referiert er als „perspektivische Struktur des Weltinnewerdens“ in prägnanter Kürze die verschiedenen — metaphysisch-erkenntnistheoretischen, biologischen, historischen und psychologisch-anthropologischen — Gestalten des Perspektivismus bei Leibniz, Teichmüller, Nietzsche, von Uexküll, Rothacker, Gehlen, Straus und Binswanger (beiläufig noch andere Autoren). Den Übergang von der dargestellten Perspektivität zur perspektivischen Struktur des Weltinnewerdens vollzieht er mit folgender Formulierung: „Kann uns die Perspektive als subjektbezogene Darstellungsform, die die raum-körperliche Welt so abzubilden versucht, wie sie unserem Auge erscheint, noch als Darstellungsmodus unserer Wahrnehmung selbst Aufschluß geben über die Struktur dieses Wahrnehmens, zumindest so, wie sie lange Zeit hindurch verstanden worden ist, so verliert die Perspektive mit zunehmender Abstraktion vom Anschaulichen den