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In den letzten Jahren hat sich das Interesse in der psychoanalytischen Theorie vom primären Narzißmus auf die primäre Mutter-Kind-Einheit verschoben. Freud sagte 1921, daß der Embryo im Uterus in einem Zustand von „absolutem selbstgenügsamem Narzißmus“ bis zum Moment der Geburt lebt. Heute zieht man es teilweise vor anzunehmen, daß sich die symbiotische Mutter-Kind-Beziehung eine Zeitlang nach der Geburt fortsetzt. Sie ist durch Funktionsverschränkungen der gegenseitigen Bedürfnisse und der Verschmelzung der Körperimagines charakterisiert (u. a. A. Freud und D. Burlingham 1944; Greenacre 1941, 1960; , ; Winnicott 1960). Diese Einleitung untersucht die oben zitierte Erklärung Freuds und betont im besonderen die kinetischen Qualitäten der heutigen Annahmen.
Wir stimmen alle darin überein, daß der Vorgang der Individuation, der idealerweise in einem unabhängigen Selbst seinen Höhepunkt erreicht (ein Selbst, das fähig ist, mit anderen gleicher Art in tolerantem Austausch zu leben), ein allmählicher ist. Es gibt viele Gelegenheiten zur Regression, während der Säugling aus dem Netzwerk zwischen Mutter und Kind als Individuum aufzutauchen beginnt. Die Vorgänge und die Funktionen, die zur endgültigen Bildung seines Selbst beitragen, sind vielfältig. Sie gehen so simultan vor sich und ihre gegenseitige Verstärkung ist so unmittelbar, daß wir mit unseren gegenwärtigen Beobachtungsmitteln keine genaue Abfolge konstruieren können. So z. B. vollzieht sich der Aufbau von Objektvorstellungen gleichzeitig mit der Entwicklung von Selbstvorstellungen; und dieser ganze Prozeß der Vorstellungsbildung ist ebenso die Ursache für die Trennung des Kleinkindes aus der Mutter-Kind-Einheit, als er von der Trennung selbst verursacht ist.
Das Hin- und Her-Fluten von Selbst- und Objektunterscheidung in diesen anfänglichen Phasen der Individuation wurde in mehreren Beiträgen von Edith Jacobson (1954) behandelt. Sie akzeptiert Melanie Kleins Begriffs-bildung über „gute“ und „schlechte“ Sel