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Hinsichtlich der psychoanalytischen Schizophreniebehandlung ist in den letzten Jahren eine Zeit der Besinnung eingetreten. Wenn früher die Psychotherapie der Schizophrenen in einen gewissen Gegensatz zur Psychoanalyse gestellt wurde, wird heute sichtbar, daß eine ganze Reihe von Klassikern der Psychoanalyse schon früh sich mit den wesentlichen Problemen dieses Gebietes beschäftigt haben. Manche Erfahrungen und Fragestellungen, die durch das zunehmende Interesse für die Psychosentherapie in den vierziger Jahren und später Aufsehen erregten, waren schon von diesen Pionieren erkannt und sind teilweise wieder in Vergessenheit geraten, wie Chr. Müller (4) zeigen konnte. Daß Freuds Werk trotz seiner abwartenden Haltung den therapeutischen Möglichkeiten gegenüber noch manche unausgeschöpfte Anregungen bietet, konnte auch E. Blum (1) nachweisen.
Immerhin bewegen sich die Fragestellungen über die Schizophrenietherapie heute um die Modifikationen der therapeutischen Technik im Vergleich zur Analyse des Neurotikers. Die meisten Autoren betonen, daß die Zuwendung des Analytikers bei dem schizophrenen Kranken weniger versagend sein müsse; das Erinnern und das freie Assoziieren, die Traumanalyse seien während langer Zeit nur begrenzt oder gar nicht möglich. An ihre Stelle treten aktives Mitagieren, symbolische und präverbale Kommunikationweisen usw. Daß die so gewonnenen Erfahrungen sowohl theoretisch als auch praktisch wertvoll sind, ist außer Zweifel. Mit wachsender Erfahrung mehren sich aber auch die Stimmen, die vor unkontrollierten und mit ungenügender psychoanalytischer Übung durchgeführten Therapieversuchen warnen, vor allem wegen der damit verbundenen, nur schwer kontrollierbaren Gegenübertragungsfaktoren. Durch diese Besinnung und Prüfung der bisherigen Ergebnisse der Schizophrenietherapie haben Fragen über therapeutische Abstinenz, Vermeiden vom Mitagieren, Zurückhaltung im Deuten, Themen also, die bis in die jüngste Zeit im Hintergrund blieben, neue Aktualität