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Ein Buch mit dieser Überschrift in die Hand nehmen und lesen, bedeutet eine Art versuchter Angstbewältigung. Die Einteilung in Grundformen von Angst will dies als Hauptanliegen verwirklicht sehen. Wir könnten auch sagen, der Autor versucht, uns etwas zu geben, wovon wir glauben, daß er es nicht geben kann und auch nicht soll, nämlich einen sicheren „background“, worauf wir zurückgreifen könnten, um gegebenenfalls jede unserer Ängste zu bewältigen. Wie der Autor in der Schlußbetrachtung selbst angibt, möchte er mit seiner Annahme von vier Grundformen die Möglichkeit eröffnen, hinter den „vielen kleinen, banalen und unwesentlichen — den dann neurotischen Ängsten“ … die dahinterstehende „eigentliche“ Angst zu erkennen und sich mit ihr auseinanderzusetzen.
Wenn wir auch einem Tatbestand von vier Grundformen (aus verschiedenen Gründen) nicht zustimmen wollen, so ist doch dieser Einteilung ein angstmindernder Effekt nicht abzusprechen; allerdings unserer Ansicht nach weniger für den Patienten als den Therapeuten, der durch das Sich-vor-Augen-Halten der „antinomischen“ Möglichkeiten des Patienten diesem relativ angstfreie freischwebende Aufmerksamkeit schenken kann.
Zur Kritik sei folgendes hervorgehoben: die Angst hat keine „Form“, da es sich um ein dynamisches Geschehen handelt. Wir könnten also höchstens von Strukturen sprechen. Zweitens: warum Ängste und nicht einfach Angst? Der Autor distanziert sich wohl von der Unterscheidung Furcht-Angst, sagt aber nur, daß ihm dies nicht stichhaltig erscheine, nicht weshalb. Wir würden sagen, es gibt die Angst, aber Furcht vor verschiedenen Dingen, etwas, was eben der Autor als „nicht stichhaltig“ ablehnt (S. 125). — Wir sind der Meinung, daß Angst und Furcht nicht vergleichbar sind, da sie verschiedenen Dimensionen angehören; wir glauben jedoch, daß der „Angstbegriff“ des Autors eher dem üblichen Begriff der Furcht zuzuzählen wäre oder zumindest zwischen beiden Begriffen hin und her oscilliert, was Vergleiche mit andern Arbeiten er