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Die kleine Schrift enthält die erweiterte Fassung des Referates des Autors auf dem 5. Internationalen Psychotherapie-Kongreß in Wien 1961. Das Thema wurde gewählt, weil Angst und Schuld „Grundmächte im Leben der Menschen“ sind und „auch von allergrößter praktischer Bedeutung auf dem gesamten Gebiet der Krankheitsentstehung und Krankheitsbehandlung“. Dem Wesen der Angst und der Schuldhaftigkeit nachgehend, formuliert Boss seine Auffassung, daß Angst „im Grunde faktisch immer Todesangst“ sei und damit eine „auch psycho-therapeutisch nicht zu beseitigende Mitgift unseres Daseins“; ebenso seien Schuld, da sie „ursprünglich immer nur das, was mangelt und fehlt“ meint, sowie das Schuldigsein etwas, mit dem der Mensch „bis zu seinem Tode nicht fertig werden“ könne.
Darum sei es auch „noch keiner einzigen Psychoanalyse“ gelungen, „einen Analysanden sich wirklich und grundsätzlich schuldlos fühlen zu lassen“.
In zwei Schlußkapiteln stellt Boss seine Auffassungen dar, wie es doch in der Psychotherapie gelingen kann, dem Kranken zur Überwindung seiner pathologischen Angst und Schuldhaftigkeit zu verhelfen.
Die in einem Vortrag zweifellos stimulierend wirkende Schwarz-Weiß-Darstellung eigener und fremder Deutungsmöglichkeiten mag bei der Lektüre stellenweise Widerspruch provozieren, der vermeidbar wäre. Aber die wenigen Seiten, zwei fundamentalen menschlichen Phänomenen gewidmet, vermitteln einen gültigen Einblick in die daseinsanalytischen Interpretationsweisen.