You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Schrift enthält die Referate und Diskussionen der zweiten „Starnberger Gespräche“ 1961, einer Arbeitstagung der Firma Boehringer, Mannheim, die dem Thema der Pharmako-Psychiatrie gewidmet ist.
Vom Methodenkritischen her darf der Beitrag von E. Straus (Lexington) „Die Verwechslung von Reiz und Objekt. Ihr Grund und ihre Folgen“ großes Interesse beanspruchen. Das Experiment und die Analyse seiner Ergebnisse, die Einschränkung von „Objektivität“ auf das Erklären „gemäß physikalischer Prinzipien“, die Reduktion des Verhaltens zur Welt auf Vorgänge im Organismus, die gezählt und gemessen werden können, auf Reiz-Reaktionsgeschehen, auf Reflexvorgänge bringt Straus in Verbindung mit dem der Wissenschaft inhaerenten theoretischen Ideal. Seine Kritik an der Verhaltensbeobachtung illustriert er an zahlreichen lebendig geschilderten Beispielen. „Das Verhältnis des Beobachters zum Beobachteten wird gar nicht untersucht, Aus dem Gesamtfeld der Beobachtung wird ein einzelner Teil … isoliert und in seiner Reaktion auf Reize untersucht. Jedoch ein Beobachter, der das Verhalten von Tieren … beschreibt, muß Zugang zu der Umwelt des Tieres haben.“ Die Wissenschaft vollzog eine Umdeutung des „Verhaltens zur Umwelt in eine Reaktion auf Reize“, ohne daß die darin liegende Reduktion als solche beachtet wurde. Gegenstände der Umwelt, zu denen ein Organismus sich verhält, wurden zu Reizen, ohne daß „die abgründige Verschiedenheit der Beziehung Reiz-Rezeptor und erlebender Mensch-Umwelt“ deutlich blieb.
Bei seiner Betrachtung der Umstände, die die Verwechslung von Reiz und Gegenstand begünstigte, sieht Straus die „semantische Verwirrung (als) das Ergebnis einer langen geschichtlichen Entwicklung“. Er geht ausführlich auf die Rolle ein, die Galilei hierbei spielte, von der er sagt: „Die ontologische Degradierung der sinnlichen Erfahrung war Galilei durch seine Bemühungen um die Begründung der Naturwissenschaft aufgezwungen.“
Zwei Arbeiten sind unter Bevorzugung klinischer Aspekte der Wirkung