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Die vorliegende Schrift des ehemaligen Leiters der Züricher psychiatrischen Poliklinik ist ein reich dokumentierter Bericht über die in 25 Jahren gesammelten
praktischen Erfahrungen und die sich daraus ergebenden Schlußfolgerungen bei über 12 000 Gutachten über die Schwangerschaftsfähigkeit und zahlreichen Gutachten über die psychiatrische Indikation zur Sterilisation. Verf. setzt sich mit psychiatrischem Schrifttum auseinander, geht aber nicht auf die divergierenden weltanschaulichen und religiösen Ansichten ein.
Ausgehend von den Bestimmungen des schweizerischen Strafgesetzbuches diskutiert Glaus die Indikationen und Gegenindikationen der gesetzlichen psychiatrisch indizierten Schwangerschaftsunterbrechung und bespricht an Hand von vielen katamnestischen Arbeiten seiner Mitarbeiter die möglichen Folgen einer Interruption bzw. deren Ablehnung. Als Gründe für einen ungünstigen Einfluß der Unterbrechung trotz sorgfältiger Indikationsstellung erwiesen sich starke mütterliche Gefühle, religiöse Bindungen und sittliche Einstellung, die zu schweren Schuld- und Reuegefühlen und zu depressiven Verstimmungen führen können, sobald die allzu einseitig in Betracht gezogene Gefahr durch das werdende Kind einmal nicht mehr akut ist. Dasselbe gilt für Sterilisationen, welche im Sinne einer Interruptions- und Abortprophylaxe ausgeführt wurden. Zur Vermeidung solcher Fehlschläge bedarf es einer äußerst sorgfältigen Begutachtung, welche die bisherige Persönlichkeitsentwicklung, das soziale und familiäre Milieu ebenso wie die aktuelle Konfliktsituation und den geistig-seelischen und körperlichen Zustand der Frau berücksichtigt.
Sehr eingehend befaßt sich Verf. mit dem Problem der sogenannten konventionellen Sterilisationsindikation, d. h. der operativen Unfruchtbarmachung von Frauen über 30 Jahren mit mindest 3 gesunden Kindern. In der Schweiz genügt für diesen Eingriff der von dem Ehepaar geäußerte Wunsch ohne zusätzliche ärztliche Begutachtung. Auf Grund der Nachuntersuchung von Fr