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Der Titel dieses neuen Buches Fischels ist etwas irreführend. Es handelt sich in Wirklichkeit weniger um eine — freilich dringend nötige — Klärung der modischen Begriffe „Struktur“ und „Dynamik“ innerhalb der Psychologie als vielmehr um eine moderne, d. h. den gegenwärtigen Stand der Nervenphysiologie benützende physiologische Psychologie, in welcher die „Psyche“ im Grunde eine sekundäre Rolle spielt. Dagegen ist an sich gar nichts einzuwenden, denn daß sie für die Erfahrung an ein „organisches Substrat“ gebunden bleibt, versteht sich von selbst. Auch daß die psychischen Funktionen, z. B. das Wahrnehmen, an den „objektiven“, d. h. hier chemisch-physikalisch interpretierten Daten bemessen werden, kann man begreifen. Aber wenn nun diese primär physikalisch-physiologische Orientierung zur Reduktion der psychischen Gegebenheiten führt und das ständige Springen durch eine Dunkelzone, als welches sich die erklärende Zuordnung spezieller seelischer Vorgänge zu speziellen physiologischen Prozessen nach wie vor erweist, mit Hilfe der beiden mehrdeutigen Ausdrücke „Erregung“ und „Reiz“ verschleiert wird, scheint mir die Sache bedenklich zu werden. Die „Erregung“ sei der „Grundprozeß“, von dem die Psychologie auszugehen habe, meint der Verfasser; und er fügt hinzu: „Aus intensiver Erregung von Sinnesorganen und Nerven kann eine Erregung der ganzen Persönlichkeit werden.“ Jedermann bemerkt sofort, daß es sich dabei zunächst um zwei phänomenal völlig verschiedene Tatbestände handelt, die wohl irgendwie zusammenhängen können, jedoch nicht müssen. Ob die Intensitätssteigerung der Erregung der Sinnesorgane als nervlich-physiologischer Prozeß jemals eine „Erregung der ganzen Persönlichkeit“ bewirkt, dürfte einstweilen eine bloße Denkmöglichkeit sein. Es heißt weiter: „Man kann Wahrnehmen