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Die wachsende Zahl der Unfälle und Schäden — in allen industrialisierten Ländern gleichermaßen zu beobachten — hat der um die Jahrhundertwende u. a. von S. Freud inaugurierten psychologischen Unfallforschung in den letzten Jahren neue Aufgaben gestellt.
Teilweise werden in dieses Forschungsgebiet Erwartungen gesetzt, die es infolge der Fehlsamkeit der menschlichen Existenz nie erfüllen kann, teilweise hat die Unfallforschung selbst durch voreilige Verallgemeinerungen methodisch fragwürdiger Ergebnisse unberechtigte Hoffnungen geweckt.
Der Verfasser, Professor am Psychologischen Institut der Universität Wien, gibt in der vorliegenden Veröffentlichung eine kritische Übersicht der Methoden, ordnet systematisch die verschiedenen Aspekte und prüft die Ursachen für die unterschiedlichen Interpretationen der Ergebnisse der bisherigen Unfallforschung. Um das Geflecht vielfacher Ursachenketten, das sich im Unfall als ein Ganzes verschiedenartiger Bedingungen zeigt, zu entwirren, werden die psychologischen Faktoren in zeitlich relativ konstante — z. B. Persönlichkeitsmerkmale, Fähigkeiten usw. — und in zeit-variable — z. B. Ermüdung, Übung, Lebensalter usw. — gegliedert und die verschiedenartigen teils adäquaten, teils inadäquaten Methoden ihrer Feststellung untersucht.
Als Methode, konstante individuelle Unterschiede der Unfallgefährdung zu erkennen, bietet sich eine Reihe von statistischen Verfahren an, die eine Analyse der Unfallhäufigkeit ermöglichen. Sie zielen darauf ab, den Einfluß wechselnder Gegebenheiten, wie die Dauer der Beobachtungszeit, die Homogenität der Gruppen und der Beobachtungssituation auf die Verteilung der Unfälle zu kontrollieren und die situativen Gefährdungsmomente auszuschalten. Gerade dabei treten methodisch die größeren Schwierigkeiten auf, weshalb einige Untersuchungen, die diesem Problem nicht genügend Aufmerksamkeit widmen, praktisch wertlos sind. Hier, d. h. im Fehlen vergleichbarer Voraussetzungen und Maßstäbe, liegen auch die hauptsächlichen F