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Die Schrift, als Beitrag zum Geistesleben unserer Zeit sowie zur Aufhellung der deutschen Katastrophe grundsätzlich begrüßenswert, stammt aus dem kommunistischen Welt- und Geistesbereich des Ostens. Der Verfasser, Direktor der Neurologisch-psychiatrischen Klinik der Universität Leipzig, dort wissenschaftlich sowie medizinisch-pädagogisch fruchtbar tätig, ist unter anderem Autor eines Lehrbuches „Psychotherapie“. Er ist Kommunist, sein geistiges und politisches Weltbild das eines orthodoxen Marxisten. Er ist Gegner der Tiefenpsychologie, mit der er durch seine medizinische Ausbildung in Berlin vor 1933 recht gut vertraut ist.
Sein Büchlein, aus westlicher Sicht streng marxistisch linientreu, hat bereits eine für die östlichen Verhältnisse bezeichnende kleine Nachgeschichte. Drei Jahre nach seinem Erscheinen wurde es in der ostzonalen „Deutschen Zeitschrift für Philosophie“ mit ungewöhnlicher Schärfe kritisiert und verurteilt. Der Kritiker, ein hoher Fachmann in Verwaltung und Wissenschaft der Medizin der Ostzone (Prof. Fritz Winter) warf dem Verfasser auch seine „psychoanalytische Vergangenheit“ vor. Gegen derartige im Osten schwerwiegende Vorwürfe hat sich Müller-Hegemann in der erwähnten Zeitschrift unter anderem unter Berufung auf die „Klassiker des Marxismus“, Marx und Engels, verteidigt, ferner daß er „stets als Kliniker ganz entgegen psychoanalytischen Methoden tätig war und nur kritische Arbeiten über die Psychoanalyse veröffentlicht hat“. Selbstkritisch hat er im übrigen „zahlreiche ernste Schwächen“ seiner Schrift zugegeben, die auch in ihren „historischen Erörterungen … an mehreren Stellen hochgradige Mängel“ aufweise, so daß „eine unveränderte Neuauflage nicht zu vertreten“ sei. Das Redaktionskollegium dieser Ost-Zeitschrift hat in der Auseinandersetzung der beiden kommunistischen Gelehrten eine abschließende Stellungnahme angekündigt, was allerdings bisher noch nicht geschehen ist.