You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In der vorliegenden Studie werden die Erfahrungen, die im Rahmen des Schulpsychiatrischen Dienstes der Stadt Zürich mit dem Dorfspiel von Henri Arthus gesammelt wurden, mitgeteilt. Wie schon der Name vermuten läßt, gehört dieses Verfahren zu den Spieltests und ist daher besonders für die Untersuchung jüngerer Kinder geeignet. Das Testmaterial besteht aus Hauselementen, Bäumen, Tieren und kleinen menschlichen Figuren beiderlei Geschlechts, die auf einer gegebenen Fläche beliebig kombiniert werden können. Die Vp. wird aufgefordert, mit diesen Spielsachen ein Dorf zu bauen, wobei noch suggestiv hinzugefügt wird, daß es im Dorf eine Kirche, ein Schloß und eine Fabrik gibt. — Die Autorin hat ihr umfangreiches Material (alle Dörfer sind photographiert worden) auf inhaltliche und formale Merkmale hin untersucht und ihre Hypothese bestätigt gefunden, daß einzelne Merkmale für bestimmte Altersstufen kennzeichnend sind. Dabei hat sie ihr Augenmerk vor allem auf den einschneidenden Übergang vom Kleinkindalter ins Schulalter gerichtet und zu zeigen versucht, wie sich im Dorftest das allmähliche Zurücktreten der Phantasiewelt gegenüber der Realwelt inhaltlich und formal verfolgen läßt. Sie kann auch anhand der Photographien überzeugend darstellen, daß sich sowohl Debilität als auch affektiv bedingte Störungen erkennen und voneinander unterscheiden lassen. So ist es u. a. für das vorschulpflichtige Kind normal, daß es in der Kirche, symbolisch im mütterlichen Raum, wohnen möchte und die geschlossene Dorfform wählt. Finden sich diese Merkmale aber noch im späteren Alter, so kann das im Kleinkindalter normale Schutzbedürfnis ein Verharren im Infantilen und eine Abwehr gegenüber der Realität anzeigen. Es wird jedoch nicht nur die Infantilität als reaktive Störung abgehandelt, sondern dann in einem weiteren Kapitel auf die Konfliktdarstellung im Spielraum eingegangen. Steigende Disharmonie in der Persönlichkeitsentwicklung führt zuletzt zu einem Versiegen der Spielfähigkeit als Folge