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Band 3 dieses Jahrbuches behandelt die Themen „Psychopathologische endokrine Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters“ sowie „Forensische Aufgaben und Probleme der Kinder- und Jugendpsychiatrie“. Diesen beiden Leitthemen schließen sich zwei größere Übersichtsreferate an.
Im Rahmen des ersten Leitthemas unterteilt W. Züblin (Bern) die endokrine Psychopathologie bei Kindern und Jugendlichen in das „Syndrom der Bewußtseinstrübung“, das dem akuten exogenen Reaktionstyp Bonhoeffers entspreche (z. B. nachweisbar bei Hypoparathyreose, Addisonkrise, diabetischem Coma), das „infantile oder juvenile psychoorganische Syndrom“ i. S. von Lutz (z. B. nachweisbar bei Hypothyreose, M. Addison, Cushingsyndrom, Granulosazelltumor) sowie die „allgemeine Retardierung oder Regression der psychischen Entwicklung“, welche für die Mehrzahl „nicht lebensbedrohender, aber schwerer konstitutionsbildender Endokrinopathien“ typisch sei. Besonders eingehende Besprechungen erfahren das Klinefelter-Syndrom sowie die Gonadendysgenesie. Für beide Zustände werden die organischen Hirnstörungen als durch die Chromosomopathie verursacht angesehen und die psychischen Störungen auf die gestörte Hirnfunktion bezogen, dabei verstärkten wahrscheinlich die erst in späterer Pubertätszeit beginnenden endokrinen Störungen die psychopathologischen Abweichungen.
H. Wallis (Hamburg) erörtert die Frage der Behandlung solcher Kinder mit intersexem äußeren Genitale, die mehr oder weniger zufällig in einem bestimmten Geschlecht aufgezogen würden und bei denen erwartet werden müsse, daß sich mit Einsetzen der Pubertät ihr bürgerliches Geschlecht und die Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale widersprechen würden. Bei drei weiblich aufgezogenen männlichen Pseudohermaphroditen (6 bzw. 14 bzw. 15 Jahre alt), zwei als Mädchen aufgezogenen Knaben