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Anhand einer Untersuchung des Schicksals von 300 1948 in Hamburg jugendgerichtlich verurteilten Straffälligen unternimmt es die Autorin, die „grundsätzliche Möglichkeit differenzierterer Aussagen (als sie bisher vorliegen) darüber aufzuzeigen, wie sich in einem gegebenen Milieu kriminelle Verhaltensweisen entwickeln“. Der Lebensgang der Probanden, die aus dem Hauptverhandlungsregister
nach Zufall ausgesucht wurden, wird vor und nach der Verurteilung anhand amtlicher Unterlagen und persönlicher Gespräche mit Angehörigen, in der Regel mit den Müttern, eingehend verfolgt. Die Verf. teilt ihr Material in vier Rückfallsgruppen auf, in die die Probanden nach Straftaten vor der Verurteilung von 1949 und nach Art, Häufigkeit und Schwere später bekanntgewordener Delikte eingestuft werden. Sie untersucht diese Rückfallsgruppen auf ihre persönliche Zusammensetzung hin, um Vergleiche hinsichtlich rückfallsbegünstigender Faktoren zu ermitteln. Erörtert werden vor allem die Vortaten, soziale und persönliche Verhältnisse, Struktur der Elternfamilie nicht nur hinsichtlich ihrer sozialen Einordnung, sondern besonders auch in bezug auf die innere Harmonie und die Stellung der Straftäter zu Beziehungspersonen innerhalb der Familie. Es schließt sich eine Erörterung der Tatarten und der Begehungsformen, immer im Hinblick auf die kriminelle Prognose und die Diskussion der Wirkung bisher angewandter Maßnahmen an. Dem Zusammenwirken der einzelnen angeführten Faktoren beim Zustandekommen typischer Eigenschaften und Verhaltensweisen wird nachzugehen versucht.
Mit den wesentlichen auf diesem Gebiet erschienenen Arbeiten befaßt sich die Autorin relativ kurz, wobei besonders Glueck, Silbereisen, Rose, Mannheim und Wilkins, F. Meyer, Mieske und Frey erwähnt werden. Das Literaturverzeichnis enthält weit über 200 Namen, unter denen, soweit zu übersehen ist, kein Vertreter der verschiedenen tiefenpsychologischen Richtungen fehlt, der sich je zur Frage der Verwahrlosung und Kriminalität geäußert ha