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Neupert fielen bei seinen Untersuchungen für die „Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Jugendkunde“ zahlreiche Jungen auf, die die ärztliche Untersuchung nicht in angemessener Weise bewältigten. 100 dieser psychisch auffälligen Knaben verglich er mit einer Kontrollgruppe von 126 unauffälligen Probanden in einer Längsschnittbeobachtung für 5-6 Jahre.
Die Untersuchungen fanden nicht unter kinderpsychiatrischem Aspekt statt, wiewohl der Autor durch jahrelange Tätigkeit auf diesem Gebiete erfahren ist. Diese Arbeit lenkt die Aufmerksamkeit vorwiegend auf die somatischen Faktoren des „Auffälligseins“.
Es ergab sich erstmals die Möglichkeit, an einer großen Zahl von Kindern „Spontanverläufe“ zu studieren, die körperliche Entwicklung zu verfolgen und Faktoren aus der Umwelt dieser Kinder in ihrer Beständigkeit oder in ihrem Wechsel zu der körperlichen und psychischen Entwicklung in Beziehung zu setzen. Auf die Anwendung neurosenpsychologischer Auffassungen wurde bewußt verzichtet, zumal nur diejenigen Bereiche interessierten, die der Beobachtung direkt zugänglich waren.
Die Ergebnisse lesen sich so:
Die psychisch auffälligen Knaben sind vorwiegend von leptosom-asthenischer Konstitution; bei ihnen treten häufiger sogen. Kinderfehler, nervösveg. Übererregbarkeit und motorische Besonderheiten auf. Beziehungen zwischen psychischen Auffälligkeiten und Akzeleration bzw. Retardierungen des Entwicklungszustandes fanden sich —- entgegen der Erwartung — nicht.
Anamnestisch sind Angaben über Nervosität der Mutter, Klagen über Unruhe oder Schüchternheit der Kinder sowie über das Einschulungsalter
für die Gruppe der Auffälligen von Bedeutung. Stillzeit, Schlaf- und Eßstörungen lassen keinen sicheren Zusammenhang mit der „Auffälligkeit“ zu.
Von den Umweltfaktoren ist vor allem die gestörte Familien- und die Einzelkindsituation bedeutsam.
Die Verlaufsbeobachtung über mehrere Jahre läßt besonders eine „Kerngruppe“ hervortreten (in 5 Jahren dreimal und häufiger aufgefallene Kinder): Auffäl