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In seinem mit instruktivem Bildmaterial ausgestatteten Buch nimmt Verf. zu dem wichtigen Problem der Begegnung zwischen Mutter, krankem Kind und Arzt Stellung, wobei er letzterem die Rolle des Mittlers im Krankheitsgeschehen zumißt. Das Buch des Verf. zeigt, wieweit psychologische Kenntnisse und Erfahrungen inzwischen Allgemeingut in Klinik und Praxis zu werden beginnen. Ausgehend von einfachen Beispielen des Umganges mit dem kranken Kind und seiner Mutter weist Verf. auf die zentrale Position der „Krankheit zu zweit“ hin, in welcher beiden Partnern, d. h. Kind und Mutter, ein wesentlicher Krankheitsgewinn zufließen kann.
Verf. schildert die ambivalent erlebte Persönlichkeit des Arztes, der nur zu oft schon vorher dem Kinde als Drohmittel angekündigt wird. In der „Freiheitsberaubung, Entblößung, fehlenden Geborgenheit und Bedrohung“ sieht Verf. eine „Verletzung der Grundrechte des Kindes“, die schon vor dem ersten Kontakt mit dem Arzt in der Untersuchungssituation die Kontaktbereitschaft des Kindes entscheidend beeinträchtigen kann. Eindrückliche Falldarstellungen zeigen die Verflechtung des kindlichen Schicksals mit dem seiner Mutter, wobei vielleicht noch mehr auf die Beziehungen der mütterlichen Kindheit zur Situation des Kindes, wie allgemein auf die sich ständig wechselseitig abspielenden Projektionsund Identifikationsprozesse hinzuweisen wäre.
Wenn Verf. als Durchschnittspensum einer gutgehenden kinderärztlichen Praxis 60 Patienten am Vormittag (mit einer Zuwendung von vier Minuten zu Mutter und Kind), sowie täglich zehn (in Grippezeiten bis zu 40!) Hausbesuche angibt, dann geht man mit ihm einig, daß hier Möglichkeiten und Grenzen einer Therapie, speziell einer „kleinsten Psychotherapie“ (Martini) sehr eng gezogen sind. Wieviel jedoch allein mit psychologischem Erkennen und Einfühlen in die Mutter-Arzt-Kind-Situation zu erreichen, mehr noch an Fehlern zu vermeiden ist, zeigt das aus klinischer und praktischer Erfahrung geschriebene Buch.
Sicher wäre es eine Bere