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Verf. berichtet aus einer 10jährigen diagnostischen und therapeutischen Arbeit mit dem Scenotest in der Beratung und Behandlung von gestörten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Indem sie sich in ihrem Grundkonzept an die Konfliktpsychologie Lückerts anlehnt, zeigt sie in der Behandlung und Deutung des Scenotestspiels weitgehend Gesichtspunkte der Jungschen Psychologie. So wird für sie das Scenotestspiel zur „Bühne des Unbewußten“, ausgehend von der „Urhandlung“ der Familienszene, was allerdings in der Versuchsanleitung mit dem Angebot eines „Theaterbauspielkastens“ etwas provoziert wird.
Bei den wichtigen Äußerungen über die Raumsymbolik wurden die eingehenden, leider bisher nicht veröffentlichten Darlegungen v. Wittgensteins zu diesem Thema mit berücksichtigt. Hier wie in ähnlichen Arbeiten über das Scenotestspiel vermißt man allerdings eine nüchterne Beschäftigung mit dem „Formalen“ des Scenotests und damit die Diskussion um die statistische Relevanz des lediglich tiefenpsychologisch Dargebotenen, welche für andere projektive Tests wie z. B. den Rorschach-Formdeutversuch zu einer selbstverständlichen Voraussetzung der Deutung gehören. Wenn auch Verf. wiederholt betont, daß eine jahrlange eigene Erfahrung sowie die ständige Absicherung der Ergebnisse durch die Anamnese und weitere projektive Kontrolltests zur Diagnosensicherung erforderlich sind, so liegt doch in der zugegebenen Faszination des Scenotestspiels für weniger Erfahrene eine große Versuchung.
Nur ein Hinweis zur Deutungsproblematik: Für die an C. G. Jung orientierte Verf. stehen bei den Großelternfiguren das Bild der Magna Mater wie des überichgewaltigen autoritären Vaters im Vordergrund. Werden aber beide Figuren nicht auch erfahrungsgemäß zur Identifizierung mit dem Alten, Gebrechlichen und Kranken gewählt (wie Verf. selber am Beispiel der Magersüchtigen in Abb. 41 demonstriert)? So gibt es, wie Verf., insbesondere aber auch Gerdhild von Staabs immer wieder kritisch einschränkend betonen, zahlreiche