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Verf. reflektiert über die Bedingungen zur Entfaltung des Lebendigen überhaupt und zur Entfaltung gestalterischer Kräfte. Er bezieht sich auf die Erfahrungen von Lehrern, auf Beobachtungen an Kleinkindern (Spitz, Bowlby), auf Untersuchungen von Psychologen (besonders Köhler, dem das Buch gewidmet ist) und auf philosophische Lehren des Ostens.
Zur Entfaltung schöpferischer Kräfte braucht es laut Verf. einer genügenden Anziehungskraft des Zieles (Verf. geht nicht darauf ein, wie häufig Menschen ohne Ziel leben), ein Wissen um das Ziel, Fehlen von unüberwindlichen Hindernissen (es wird nicht gesagt, wann solche noch überwindbar sind) und das Fehlen einer starken Zwangssituation —ganz besonders auch dann, wenn der Zwang auf das Ziel hinlenken will. Verf. wendet sich gegen jeden Drill und jede allzu festen Vorschriften. Auch der Tätigkeit des Nachgestaltens (Musikinstrumente, Übersetzungen) mißt er selbständige schöpferische Leistung zu. Er verweist auf die Hindernisse von Vorurteilen, Konformismus, Kontrakonformismus, diplomatischen Rücksichten oder Amtsdenken.
In der zweiten Hälfte des Buches behandelt Verf. die Prinzipien, die bei der Erziehungsarbeit zu schöpferischem Gestalten oder schöpferischem Handeln beachtet werden sollten. Er vermerkt, daß Vieles an der Persönlichkeit des Erziehers liegt und an seinem persönlichen Verhältnis zum Schüler. Er geht auf einige Probleme durch ein vorgegebenes Material ein (insbesondere beim Sprachstil), durch welches der Ausführende in die Situation einer „gebundenen Freiheit“ kommt. Nicht erörtert wird jedoch, wie man es bewerkstelligt, einem Schüler die nötigen Handfertigkeiten und Sachkenntnisse zu vermitteln, um schöpferische Fähigkeit nutzbringend auszubilden, ohne daß Zwang ausgeübt wird und der Schüler auch nicht seinen Hemmungen und seiner Trägheit ausgeliefert bleibt. Der vom Autor verwendete Begriff der „Liebe zur Sache“ ist sehr dehnbar.
Man hätte sich in einem solchen Buch mehr Beispiele gewünscht, die Ausführungen sind of