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Dieser rund 3000 Jahre alte Indianermythos zeigt zahlreiche Entsprechungen zu europäischen Mythen, doch in seiner Geschlossenheit ist es ein einzigartiges Dokument: das heilige Buch eines Indianervolkes.
Man spürt stark die Fremdartigkeit in der Sprache, der Text erschließt sich
dem Leser daher auch nur langsam. Ein ausführlicher kommentierender Anhang von 60 Seiten ist dabei eine große Hilfe.
Neben einem Schöpfungsmythos, welcher eine lange Geschichte der Vorfahren der Menschheit, einer Art Halbgötter, enthält und mit der Erschaffung des Menschen abschließt, wird noch eine Geschichte der Völkerwanderung der Maya vorgelegt. Diese Geschichte enthält auch viele mythische Erzählungen, wie z. B. das Auffinden des Feuers.
„Das ist die Kunde: da war das ruhende All. Kein Hauch. Kein Laut. Reglos und schweigend die Welt. Und des Himmels Raum war leer.“ Weitschweifig wird erzählt, was alles nicht da war. Aber dann war das ruhende Wasser — „Aber im Wasser …: der Schöpfer.“ Erstaunlich ist, wie ähnlich die Weltschöpfung zu dem uns bekannten Text im Alten Testament gedacht wurde. Ähnlich sind auch mehrere Schöpfungsgeschichten (wahrscheinlich auch aus verschiedenen Epochen) ineinander verwoben. Trotz der vielen Götternamen scheint es sich um eine einzige Gottheit zu handeln, denn es gibt keine Rangordnung und keine Handlungen der Göttergestalten untereinander.
Die Schöpfungsgeschichte spiegelt gleichzeitig eine Menschheitsgeschichte wider. Zuerst wurde nur eine Urahnin vorgestellt. Die neben ihr unbedeutenden Männer sterben, bevor sie ihren Samen für eine Befruchtung verlieren. Nach diesem matriarchalischen Zeitalter herrschen die Jünglinge und Männerbünde. Die Hauptvertreter dieser Menschen sterben einen Opfertod (wie Osiris), und der eine dieser beiden Helden verwandelt sich in die Frau seines Bruders. Die Maya hatten, wie es scheint, stets eine vaterlose Gesellschaft und vorwiegend eine Ordnung von Bruderschaften.
Interessant ist, wie die göttliche Erschaffung der Vorstufen de