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In diesem Buche, einer Wiedergabe der Haskell-Lectures an der Universität Chicago , spricht einer der besten Kenner früher Religionsformen zu einer für allgemein menschliche Fragen aufgeschlossenen Leserschaft über ein Kerngebiet seiner Forschungen, über Initiationsriten, die bei primitiven Völkern in ihrer ursprünglichen Bedeutung und Fülle, im Bereich der Hochkulturen immerhin noch in vereinzelten Spuren aufzuweisen sind.
Die Initiationsriten stellen eine dermaßen ubiquitäre Erscheinung dar, daß sie nur als Ausdruck eines seelischen Grundphänomens des Menschen verstanden werden können. Als solches sind sie gerade für den Psychotherapeuten von höchstem Interesse, erlebt er doch in den Initiationsriten eine der frühesten gestaltenden „Antworten“ der menschlichen Psyche auf die Grundgegebenheiten des Daseins.
Unseres Wissens gibt es bisher keine so universell umfassende und zugleich so konkret anschauliche Darstellung dieses weiten Gebietes. Zunächst schildert Verf. die Pubertätsriten (vorwiegend der Knaben). Dabei ist es sehr eindrucksvoll zu sehen, daß am Anfang praktisch aller Initiationen ein rituelles, von übermenschlichen Mächten bewirktes Todeserlebnis steht, im Zusammenhang mit einer meist gewaltsamen Losreißung der Initianden von den Müttern. Generell folgt eine Neugeburt des Initianden aus dem mythischen chthonischen Mutterleib. Dieser Grundvorgang faßt Tod, Leben und Neugeburt als ein dem Menschen von den „Mächten“ auferlegtes ständiges „Werden“ auf; er wird begleitet von der Unterweisung über Wesen und Bedeutung der Geschlechtlichkeit (dazu häufig Circumcisio und Subincisio), ferner über die Entstehung der Welt und des Menschen, d. h. über den Mythos des Stammes. Danach muß der Initiand in der Regel oft bis zu einem Jahr