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Ein schönes Buch über die Geschichte der Medizin und ein Bekenntnis, was das Wesen rechten Arzttums ausmachen sollte. Verf. tritt dafür ein, daß der Arzt eine Lebensstilkunde zu verwalten hat. Er sollte zu einem geordneten, harmonischen, gesunden und sozialen Leben führen können und sollte dafür über ein Wissen der Kunst zu leben verfügen.
Von der alten Diätetik des Hippokrates über Galen, Epikur, den Koran, Maimonides, Hildegard von Bingen und Paracelsus untersucht Verf. solches Wissen, bis die Lebensregeln in einer Fülle von Traktaten im späten Mittelalter immer oberflächlicher werden. Später sind die Philosophen Verwalter der Kunst zu leben, wie Lichtenberg, Rousseau, Kant, Novalis, Goethe und Nietzsche. Medizin wird dagegen zur Naturwissenschaft. Tiefenpsychologie erscheint für den Historiker als eine wichtige Gegenbewegung mit allen ihren Einseitigkeiten. Verf. glaubt, daß Medizin in Zukunft durch eine neue Anthropologie bestimmt werden wird, die eine Kunst zu leben wieder als Grundlage hat.