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E2.: Sie haben in ihren Publikationen Bilder von Freud publiziert. Sprachen Sie einmal mit ihm darüber, ob er damit einverstanden sei?
M.: Ja, er wünschte sein Bild neben dem von Claude Bernard, er fühle sich mit ihm geistig verwandt.
E.: Hatten Sie beim Zusammentreffen mit Freud den Eindruck, einem Genie zu begegnen?
M.: Eine sonderbare Frage. Aber wenn wir uns darauf einigen, ein Genie ist ein Neuschöpfer, so ist Freud eines der großen Genies der Menschheit.
E.: Erzählen Sie mir bitte noch, ob Freud gelegentlich mit Ihnen über seine Patienten sprach oder korrespondierte?
M.: Eines Tages kam ein Brief von Freud, der u.a. folgendes enthielt: „Wären Sie bereit, die Dame X nachzubehandeln? Ich komme mit ihr, nachdem sie ein Jahr bei mir gearbeitet hat, nicht durch. Es muß irgend etwas sein, was entweder die Dame mir verschweigt, oder ich bin nicht fähig, ihr Geheimnis zu erraten.“ Ich schrieb: „Selbstverständlich.“ Die Dame X, eine New Yorker Ärztin, kam, sagte gleich in der ersten Sitzung, sie hätte gar kein Geheimnis. „Das kann ich Ihnen sofort sagen: das Wort ‚ Krebs‘ konnte ich nicht aussprechen. Es fiel mir immer wieder ein, das Wort ‚ Krebs‘. Das habe ich Freud unterschlagen.“ Ich sagte: „Erzählen Sie weiter. Was ist mit dem Wort ‚ Krebs‘ ?“ „Ja“, sagte sie, „ich kann doch Professor Freud nicht mit Nennung seiner eigenen Krankheitsdiagnose belasten! Denken Sie, ich hätte ihm gesagt, ‚ Krebs‘ sei mir eingefallen! Er litt doch an Krebs. Diesen Stoß kann ich ihm doch nicht versetzen!“ Nun kam ihre eigene Geschichte, der Sadismus gegen ihren Mann, dem sie den Tod, vielleicht durch Krebs, gewünscht hatte. Es lag im Grunde nicht am Wort ‚ Krebs‘. Es ging um eine Rationalisierung. Sie erzählte allmählich die Genese ihrer Todeswünsche gegen ihren Mann. Die Analyse kam zu einem befriedigenden Abschluß.
E.: Berichteten Sie Freud darüber?
Felix Georgi zum 70. Geburtstag am 17. September 1963 herzlich gewidmet.
Aus einem Interview mit dem amerikanischen Reporter E.
M.: Ich erzähl