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Es ist nicht meine Aufgabe in diesem Zyklus, auf allgemeine Zeitfragen einzugehen. Aber da die Sinnfrage in der Psychotherapie evident verbunden ist mit der kollektiven Zeitsituation, muß ich wohl doch versuchen, in aller Kürze den allgemeinen Hintergrund zu skizzieren, gegen den wir unsere speziellere Frage, die Psychotherapie betreffend, zu untersuchen haben.
Was sich am und im einzelnen Menschen abspielt, der zugleich das Subjekt und Objekt psychologischer Erfahrung ist, ist unabdingbar verbunden mit dem Kollektivgeschehenum ihn herum, und individuelle Probleme sind letztlich doch der Ausdruck einer allgemeineren Menschheitsgeschichte. Welche Zeit könnte wohl zugleich unsicherer und heilungsbedürftiger sein als die unsere? Gewiß, wir müssen uns vor dem fatalen und doch beinahe unvermeidlichen Irrtum jeder Zeitepoche hüten, sich selbst sozusagen als die einmalige Zeit und als die Endzeit zugleich anzusehen. Es ist ja zur Genüge bekannt, wie jede Zeit die Tendenz hat, auf frühere Zeiten als auf das goldene Zeitalter zurückzublicken, und zugleich, in einem seltsamen Widerspruch, die Ergebnisse und Haltungen ihrer eigenen Epoche als die letztgültigen mißzuverstehen. Wenn wir dieser ewigen menschlichen Fehlerquelle gewahr zu bleiben versuchen, so bieten sich wohl doch gewisse Tatsachen als für unsere Zeit charakteristisch an. Die eine, die wir mit allen großen Krisenzeiten teilen, ist der weitgehende Verlust verbindlicher kollektiver Einordnungen, und damit schöpferischer Rituale, die uns durch ihre Numinosität selbstverständlich an das archetypische Geschehen anschließen würden.
Dabei lasse ich die relativ kleine Zahl von Menschen außer Betracht, für die kollektive religiöse Bindungen noch gültig sind. Für die große Mehrzahl hat die Überspitzung des Ich-Bewußtseins und der Rationalität zu einer wachsenden inneren Entwurzelung und Isolierung geführt. Gewiß hat diese selbe Isolierung auch wieder ihre höchst problematische Antwort gefunden in neuen Massenbewegungen, in d