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Freud hat die Arbeit des Psychoanalytikers häufig mit den Ausgrabungen des Archäologen verglichen und auf viele gleiche, oder besser ähnliche, Züge in beider Arbeit hingewiesen. Dieser Vergleich führte ihn zu dem in seiner späten Schrift„Konstruktionen in der Analyse“(9) geäußerten Gedanken, daß aus der interpretierenden, psychoanalytischen Arbeit Konstruktionen entstehen, ein Begriff, den man in der heutigen Literatur im allgemeinen mit der Bezeichnung Rekonstruktion wiedergibt. Freud nennt die Rekonstruktion eine Vorarbeit für die Analyse und fährt fort (S. 47):
„Vorarbeit allerdings nicht in dem Sinne, daß sie zuerst als Ganzes erledigt werden müßte, bevor man das Nächste beginnt, etwa wie bei einem Hausbau, wo alle Mauern aufgerichtet und alle Fenster eingesetzt sein müssen, ehe man sich mit der inneren Dekoration der Gemacher beschäftigen kann. Jeder Analytiker weiß, daß es in der analytischen Behandlung anders zugeht, daß beide Arten von Arbeit nebeneinander herlaufen, die eine immer voran, die andere an sie anschließend. Der Analytiker bringt ein Stück Konstruktion fertig, teilt es dem Analysierten mit, damit es auf ihn wirke; dann konstruiert er ein weiteres Stück, aus dem neu zuströmenden Material, verfährt damit auf dieselbe Weise, und in solcher Abwechslung weiter bis zum Ende. Wenn man in den Darstellungen der analytischen Technik so wenig von„Konstruktionen“hört, sp hat dies seinen Grund darin, daß man anstatt dessen von„Deutungen“und deren Wirkungen spricht. Aber ich meine, Konstruktion ist die weitaus angemessenere Bezeichnung. Deutung bezieht sich auf das, was man mit einem einzelnen Element des Materials, einem Einfall, einer Fehlleistung und dgl. vornimmt. Eine Konstruktion ist es aber, wenn man dem Analysierten ein Stück seiner vergessenen Vorgeschichte etwa in folgender Art vorführt: Eis zu ihrem wten Jahr haben Sie sich als alleinigen und unbeschränkten Besitzer der Mutter betrachtet, dann kam ein zweites Kind und mit ihm eine schwere Enttäuschun