You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In dieser Arbeit soll in erster Linie ein theoretisches System vorgelegt werden. Es hat insofern Ähnlichkeit mit einem philosophischen System, als die Philosophie sich mit demselben Gegenstand beschäftigt. Es unterscheidet sich von einer philosophischen Theorie dadurch, daß es, wie alle psychoanalytischen Theorien, für die Praxis bestimmt ist; und zwar ist es so entworfen, daß der praktizierende Psychoanalytiker imstande sein sollte, die Hypothesen, aus denen es sich zusammensetzt, an empirisch nachprüfbaren Daten zu testen. In dieser Hinsicht verhält es sich zur Philosophie wie die angewandte zur reinen Mathematik. Die abgeleiteten Hypothesen, die einer empirischen Nachprüfung standhalten sollen, und in geringerem Ausmaß das ganze theoretische System selbst, verhalten sich zu den in einer Psychoanalyse beobachteten Tatsachen wie die Formeln der angewandten Mathematik, z. B. über den Kreis, zu einem bestimmten, gezeichneten Kreis auf dem Papier.
Dieses theoretische System soll auf eine signifikante Anzahl von Fällen anwendbar sein; es sollte also möglich sein, in der psychoanalytischen Behandlung Vorgänge zu beobachten, die mit der Theorie gut übereinstimmen.
Für die Diagnose lege ich der Theorie keine besondere Bedeutung bei, obwohl ich glaube, daß sie diagnostisch bedeutungsvoll sein könnte in Fällen, in denen wir eine Denkstörung vermuten. Die diagnostische Signifikanz würde von der konstanten, strukturierten Verbindung einer Gruppe von Theorien abhängen, von denen die vorliegende Theorie nur eine wäre.
Es mag die Erklärung der Theorie erleichtern, wenn ich zunächst das affektive Erleben diskutiere, von dem sie abgeleitet wurde. Ich werde das in allgemeinverständlicher Sprache tun, ohne wissenschaftliche Strenge anzustreben.
Zweckmäßigerweise betrachten wir die Leistung des Denkens als abhängig vom erfolgreichen Verlauf zweier Entwicklungsprozesse. Der eine ist die Entwicklung von Gedanken. Diese bedürfen eines Apparates, der sie bewältigt. Die zweite Entwicklung ist